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Erbangelegenheiten für Erblasser und Erben

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Der Tod eines geliebten Menschen steht unweigerlich am Ende eines jeden Lebens und damit einhergehend Rechte und Pflichten für die Hinterbliebenen. Wer sich rechtzeitig um seine Erbangelegenheiten kümmert, erspart seiner Familie meist unschöne Streitigkeiten.

Ärger vermeiden: frühzeitig die künftige Erbschaft regeln

Kaum jemand spricht zu Lebzeiten gerne vom eigenen Tod. Dennoch sollten Sie sich rechtzeitig Gedanken darüber machen und mit Ihren Angehörigen die Erbschaftsangelegenheiten klären.

So manche Familie ist bereits am Streit um monetäre Hinterlassenschaften eines Verwandten zerbrochen.

Wer im Falle des Todes eines Menschen erbt, ist gesetzlich geregelt.

  • Wenn kein Testament aufgesetzt wurde, tritt die staatliche Regelung in Kraft.
  • Dennoch sollten Besonderheiten geklärt werden, die von der spröden und allgemeingültigen Gesetzgebung im Einzelfall nicht angewendet werden können.

Die gesetzliche Regelung zur Erbschaft

Nicht immer ist ein Testament nötig. Bei einer überschaubaren Hinterlassenschaft genügt es, sich im Kreise der Familie einmal zusammenzusetzen und in Ruhe über das Erbe zu sprechen.

  • Sie sollten auflisten, welche Vermögenswerte vorhanden sind.
  • Dazu gehören auch Passwörter für Onlinebankkonten und allgemein verschlüsselte Zugänge für Aktivitäten im Internet.

Notieren Sie danach in einer Übersicht, wer im Falle des Todes der fraglichen Person erben würde:

  • Erben 1. Ordnung: Ehepartner, leibliche Kinder des Verstorbenen und Adoptivkinder;
  • Erben 2. Ordnung: Eltern, Geschwister sowie Nichten und Neffen des Verstorbenen;
  • Erben 3. Ordnung: Großeltern, Tanten, Onkel sowie Cousinen und Cousins des Verstorbenen.

In der Regel erben ausschließlich leibliche Nachkommen, wobei Ehepartner und Adoptivkinder Ausnahmen sind. Sobald aus einer übergeordneten Erbordnung noch jemand lebt, erben Personen aus allen untergeordneten Erbordnungen nichts.

Das Testament: wann es nötig und sinnvoll ist

Nötig wird ein Testament, wenn ein Angehöriger vom Erbe ausgeschlossen werden soll. Dennoch steht Verwandten der 1. Ordnung ohne triftigen Hinderungsgrund der gesetzliche Pflichtteil zu. Oder aber der Erblasser möchte einen bestimmten Teil seines Vermögens einer gemeinnützigen Stiftung zukommen lassen.

Bestimmte materielle Werte, etwa die Münzsammlung, die Bibliothek oder ein liebevoll restaurierter Oldtimer können konkret an eine bestimmte Person vererbt werden, die mit dem Erblasser nicht direkt verwandt ist. Das Testament kann handschriftlich verfasst sein, sollte jedoch stets das aktuelle Datum sowie den vollständigen Namen des Erblassers beinhalten.

Das Wichtigste zum deutschen Erbrecht

  • Den leiblichen Hinterbliebenen steht ein Pflichtteil zu.
  • Denken Sie auch an die digitale Hinterlassenschaft: Passwörter, Kontodaten und Zugriffserlaubnis
  • Respektieren Sie den letzten Wunsch des Erblassers.

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