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Essstörungen im Alter erkennen und behandeln

Viele Menschen denken beim Stichwort Essstörungen an Magersucht oder Bulimie und verbinden diese häufig mit jüngeren Personengruppen. Doch auch bei Senioren können Essstörungen vorkommen. Hier erfahren Sie, welche Störungen typisch sind, welchen Arzt Sie konsultieren können und wie Sie selbst zu einer Linderung der Symptome bei pflegebedürftigen Angehörigen beitragen können.

Esstörungen mit längerer Vorgeschichte

Dass Magersucht oder die Ess-Brech-Sucht (Bulimie) erst im Seniorenalter entstehen, ist sehr selten. In den meisten Fällen steckt bei den Betroffenen eine lange Krankheitsgeschichte hinter den Beschwerden. In vielen Fällen sind die Patienten auch schon in ärztlicher oder psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Wenn Sie als pflegender Angehöriger den Verdacht auf das Aufflackern einer bekannten Essstörung haben, ist der Hausarzt Ihr erster Ansprechpartner.

Adipositas mit ungünstigen Folgen

Nicht selten leiden Senioren außerdem unter Adipositas, also deutlichem Übergewicht. Dies kann durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden.

Häufig liegt es daran, dass sich Menschen im Alter weniger bewegen und zugleich aus Langweile oder aufgrund von Depressionen zu viel essen.

Hierbei helfen Gesprächstherapien und unter Umständen Antidepressiva.
Manche Senioren können dagegen aufgrund einer fortgeschrittenen Demenz ihr Essverhalten nicht mehr kontrollieren.

  • Achten Sie als pflegender Angehöriger daher bei Senioren mit Übergewicht auf eine kalorienbewusste und appetitlich angerichtete Ernährung.
  • Zudem sollten Sie mobile Senioren im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu Bewegung und vielleicht sogar zum Seniorensport animieren.
  • Sie setzen so eine Gewichtsreduktion in Gang, die sich positiv auf Herz, Kreislauf und Gefäße, das Stütz- und Bewegungssystem und die Psyche auswirkt.

Mangelernährung rechtzeitig begegnen

Oft kommt es durch schlichtes Vergessen der Nahrungsaufnahme, durch eine depressive Verstimmung oder einfach Appetitlosigkeit dazu, dass ältere Menschen zu wenig essen.

  • Hier steuern Sie mit einer ausgewogenen Ernährung entgegen.
    Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag können Betroffene oft besser bewältigen als wenige größere.
  • Auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig,
    um den Kreislauf und Stoffwechsel optimal zu unterstützen.

Lassen Sie bei einem entsprechenden Verdacht vom Hausarzt außerdem abklären, ob eine Schluckstörung die Ursache für die geringe Nahrungsaufnahme ist.

Überblick: Essstörungen bei Senioren

  • Essstörungen haben häufig eine Vorgeschichte.
  • Sowohl zu viel als auch zu wenig Essen schadet Senioren.
  • Abwechslungsreiche und appetitliche Kost ist bei Essstörungen besonders wichtig.
  • Erste Hilfe erhalten Sie beim Hausarzt.

Titelbild: © travelbook / stock.adobe.com