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Die Pflegeversicherung ist eine der Säulen der Sozialversicherung in Deutschland. Jeder Arbeitnehmer zahlt in die Pflegeversicherung ein und hat später im Alter ein Anrecht auf Leistungen der Pflegeversicherung. Wie hoch die finanzielle Zuwendung ausfällt, das hängt zum einen vom jeweiligen Pflegegrad und zum anderen von der Form der Pflege ab.

Keine Vollversicherung

Die Pflegeversicherung ist, wie andere Sozialversicherungen auch, keine sogenannte Vollversicherung.

Das heißt, die Versicherten haben keinen Anspruch darauf, dass alle Kosten, die anfallen, komplett übernommen werden.

Die Pflegeversicherung stellt vielmehr eine soziale Grundsicherung dar,
wie das bei der gesetzlichen Krankenversicherung auch der Fall ist. Vorgesehen sind nur Hilfsleistungen, die einen unterstützenden Charakter haben. Eigenleistungen, die andere Träger erbringen, sind unter Umständen erforderlich, um den gewohnten Lebensstil zu erhalten.

Pflegegeld für die Betreuung zu Hause

Alle Menschen, die Pflege brauchen, sollten nach Möglichkeit selbst darüber entscheiden, welche Pflege für sie infrage kommt. Rund 70 % der Pflegebedürftigen entscheiden sich, nicht selten auch aus finanziellen Gründen, für die häusliche Pflege, die entweder von Angehörigen oder von ehrenamtlichen Helfern übernommen wird.

Wenn das der Fall ist, dann besteht ein Anrecht auf Pflegegeld.
Wie hoch das Pflegegeld ausfällt, richtet sich nach dem Pflegegrad und damit auch nach dem Schweregrad der Pflegebedürftigkeit.

 

Bei der häuslichen Pflege werden zwischen 125 Euro bei Pflegegrad 1 und 901 Euro bei Pflegegrad 5 bezahlt.

Pflege durch einen professionellen Pflegedienst

Wenn die Angehörigen keine Zeit für die Pflege haben oder wenn die Pflegebedürftigen keine Angehörigen mehr haben, aber in ihrem eigenen Zuhause gepflegt werden möchten, dann kann ein professioneller Pflegedienst diese Aufgabe übernehmen.

Die professionelle Pflege umfasst unter anderem:

  • die Körperpflege
  • den Wechsel von Verbänden
  • die Organisation von Fahrdienst
  • die Einkäufe
  • das Vorlesen

Für die Pflege durch einen professionellen Pflegedienst sieht die Pflegeversicherung zwischen 125 Euro für den Pflegegrad 1 und 1.995 Euro für den Pflegegrad 5 vor.

Die vollstationäre Pflege

Für Menschen, die vollstationär in einem Pflegeheim ihren Lebensabend betreut werden, sieht die Pflegeversicherung ebenfalls unterschiedliche Leistungen vor, die sich am Pflegegrad orientieren.

Auch hier gibt es für den Pflegegrad 1 125 Euro im Monat und für den höchsten Pflegegrad 5 werden aus der Pflegeversicherung bis zu 2.005 Euro Pflegegeld pro Monat bezahlt.

  • Den einheitlichen Eigenanteil
    sowie die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten trägt der Pflegebedürftige selbst.
  • Reichen die eigenen finanziellen Mittel dafür nicht aus,
    stehen verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung, allen voran die Sozialhilfe, die auf Antrag gewährt werden kann.
  • Zunächst jedoch muss der Ehepartner der Pflegebedürftigen
    sein Vermögen und sein Einkommen beisteuern.
  • Gibt es diesen nicht oder sind auch dessen finanzielle Mittel erschöpft,
    besteht eine Unterhaltspflicht für Verwandte in "gerader Linie". Das sind in der Regel die Kinder der pflegebedürftigen Person.

Ein Überblick

  • Die Höhe der Versicherungsleistung ist vom Pflegegrad abhängig und von der Form der Pflege. (professioneller Pflegedienst wird höher vergütet, als die Pflege durch Angehörige)

  • Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der anfallenden Kosten (Teilkasko)

  • Anspruch auf Versicherungsleistung hat nur der Pflegebedürftige, nicht die pflegenden Angehörigen

Bild: © Ingo Bartussek / stock.adobe.com