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Versorgung für Senioren mit psychischer Erkrankung

Die Gerontopsychiatrie beschäftigt sich mit den psychischen Erkrankungen älterer Menschen – in der Regel ab einem Alter von 60 Jahren. Eine gerontopsychiatrische Einrichtung ist meist ein Heim, das Senioren mit psychischen Problemen aufnimmt und geeignete Therapien anbietet.

In welchen Fällen ist der Aufenthalt in einer gerontopsychiatrischen Einrichtung erforderlich?

Eine gerontopsychiatrische Einrichtung hilft zunächst dabei, eine genaue Diagnose der psychischen Erkrankung zu erstellen. Da die Betreuer und Ärzte die Betroffenen rund um die Uhr beobachten können, ist es deutlich einfacher als bei einer ambulanten Untersuchung, die Probleme zu ergründen. Wenn eine genaue Diagnose vorliegt, beginnt die Therapie.

Das Ziel besteht dabei darin, die Krankheit zu heilen, sodass die Patienten wieder in ihre häusliche Umgebung zurückkehren können. Sollte dies aufgrund der Schwere der Krankheit nicht möglich sein, bleiben die Betroffenen dauerhaft in der gerontopsychiatrischen Einrichtung.

Die Therapiemaßnahmen dienen in diesem Fall dazu,
die Auswirkungen der Krankheit so stark wie möglich einzudämmen und den Betroffenen trotz der psychischen Probleme eine möglichst hohe Lebensqualität zu bieten. In der Regel trifft ein Arzt die Entscheidung, ob ein stationärer Aufenthalt erforderlich ist, und weist die Patienten gegebenenfalls in eine entsprechende Einrichtung ein.

Demenz: die häufigste psychische Erkrankung im Alter

Eine psychische Erkrankung, die gerade im Alter mit besonders hoher Häufigkeit auftritt, ist die Demenz. Diese Patienten machen einen großen Anteil der Bewohner in gerontopsychiatrischen Einrichtungen aus. Je weiter die Krankheit fortgeschritten ist, desto unselbstständiger werden die Betroffenen, sodass sie ihren Alltag nicht mehr alleine meistern können und auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Die Therapiezentren sind gut auf demente Personen eingestellt.

Das betrifft zum einen den Tagesablauf:

  • Die Aktivitäten verlaufen häufig nach gleichbleibenden Mustern ab.
  • Die Betreuung übernehmen in der Regel immer die gleichen Pflegekräfte. Das erleichtert die Eingewöhnung erheblich.
  • Außerdem sind im Gebäude markante Orientierungshilfen angebracht, die dazu beitragen, dass sich die Patienten alleine zurechtfinden.

Obwohl Demenzerkrankungen in den meisten gerontopsychiatrischen Einrichtungen den Schwerpunkt darstellen, leben hier auch Personen mit anderen Krankheitsbildern – beispielsweise Depressionen, Schizophrenien oder Suchterkrankungen.

Kompetente Betreuung durch geschultes Personal

Gerontopsychiatrische Einrichtungen unterscheiden sich von herkömmlichen Pflegeheimen also dadurch, dass hier der Schwerpunkt auf der psychiatrischen Therapie der Betroffenen liegt. Selbstverständlich erhalten die Betroffenen jedoch auch Hilfe, wenn sie aufgrund anderer körperlicher Beschwerden Pflege benötigen.

Das Personal verfügt hier in der Regel nicht nur über eine Ausbildung im pflegerischen Bereich, sondern auch über eine gerontopsychiatrische Weiterbildung, um den hohen Anforderungen zu genügen.

Es gibt aber auch Pflegeheime, die eine gerontopsychiatrische Abteilung im Haus haben.


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