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Kann ein Pflegebedürftiger vorübergehend nicht zu Hause betreut werden, besteht die Möglichkeit, Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen. Kurzzeitpflege bedeutet immer eine stationäre Unterbringung in einer Einrichtung. Diese Form der Pflege bietet sich an, wenn pflegende Angehörige Urlaub machen wollen oder gar selbst erkrankt sind.

Nach Bedarf kann die Kurzzeitpflege auch mit einer Verhinderungspflege kombiniert werden. Die Verhinderungspflege ist, anders als die die Kurzzeitpflege, auch zu Hause möglich.

Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege?

Menschen, die den Pflegegrad 2, 3, 4 und 5 haben, können die Kurzzeitpflege für sich in Anspruch nehmen. Personen mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch.

Neu seit Januar 2016 ist, dass auch diejenigen einen Anspruch auf Kurzzeitpflege haben, die nach einem Unfall oder einer Krankheit plötzlich zu einem Pflegefall werden und nur vorübergehend Pflege benötigen.

Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse?

Die Kosten für die Kurzzeitpflege setzen sich wie folgt zusammen:

  • Pflegekosten
  • Investitionskosten
  • Unterbringung und Verpflegung

Die Pflegekassen zahlen als Zuschuss für die anfallenden Pflegekosten einen Pauschalbetrag von 1.612 Euro, und zwar immer unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad. Wird die Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro innerhalb desselben Kalenderjahres nicht in Anspruch genommen, kann sie für die Kurzzeitpflege zusätzlich eingesetzt werden. Die Pflegekasse übernimmt dann bis zu 3.224 Euro.

Möglich ist auch eine Aufstockung durch die zusätzliche Betreuungsleistung.
Für diese Betreuungs- und Entlastungsleistungen erhalten die Pflegebedürftigen einen Betrag von 125 Euro im Monat. Diese Beträge können im Rahmen der Kurzzeitpflege zum Beispiel für die Unterbringungskosten verwendet werden.

Eigenanteil für Unterkunft und Verpflegung

Die entstehenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung während der Kurzzeitpflege sowie die Investitionskosten muss der Pflegebedürftige grundsätzlich selbst tragen. Wenn allerdings das Geld für den Eigenanteil fehlt, kann beim zuständigen Sozialamt ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden.

Hier sehen Sie ein Kostenbeispiel bzw. eine Zusammensetzung für eine 2-wöchige Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 3

Unterbringung erfolgt hier in einem Einzelzimmer:

  pro Tag   Kosten 2 Wochen Pflegekasse
Pflege 70,45 986,30 Euro 986,30 Euro  
Unterkunft 11,49 160,86 Euro 0  
Verpflegung 11,85 165,90 Euro 0  
Investitionskosten 17,77 248,78 Euro 0  
Gesamtkosten pro Tag 111,56 Euro   1.561,84 Euro  

Der Eigenanteil für 2 Wochen beträgt 575,54 Euro

Die Kurzzeitpflege im Überblick:

  • Pflegende Angehörige können sich eine Auszeit bis zu 8 Wochen im Jahr nehmen.
  • Die Pflegebedürftigen in der Kurzzeitpflege werden stationär versorgt.
  • Die Kurzzeitpflege kann mit der Verhinderungspflege kombiniert werden und für 56 Tage im Jahr in Anspruch genommen werden.
  • Die Pflegekassen übernehmen nur die Kosten der Pflege bis zu 1.612 Euro, kombiniert mit der Verhinderungspflege (1.612 Euro) ergibt das 3.224 Euro im Jahr.
  • Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investition sind selbst zu tragen.
  • Pflegeheime haben meist nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen in der Kurzzeitpflege. Wir empfehlen Ihnen, gerade zur Urlaubszeit frühzeitig anzufragen.
  • Vergleichen Sie auch die Preise.

Tipp: Falls Sie Leistungen im Jahr 2015 oder 2016 noch nicht abgerufen haben, können Sie diese noch im Jahr 2017 einsetzen.

Bild: © Jacob Lund / stock.adobe.com