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Pflegende Angehörige leisten sehr viel und sind zudem oft rund um die Uhr im Einsatz. Deshalb ist es sehr wichtig, dass sie sich auch genügend Raum für Erholung und Regeneration nehmen. Nur so sind sie in der Lage, dieser Aufgabe auch dauerhaft nachkommen zu können, ohne dabei krank zu werden. Sollte dies doch einmal passieren, aber auch für den Fall, dass pflegende Angehörige eine Kur antreten oder einmal Urlaub machen möchten, gibt es die Möglichkeit der sogenannten Kurzzeitpflege.

Was ist Kurzzeitpflege?

Als Kurzzeitpflege bezeichnet man eine vollstationäre Heimunterbringung, die auf maximal acht Kalenderwochen pro Jahr begrenzt ist.

  • Grundsätzlich soll die Kurzzeitpflege zur Entlastung pflegender Angehöriger dienen.
  • Die Kurzzeitpflege kann nach Bedarf auch mit einer Verhinderungspflege kombiniert werden.
  • Im Gegensatz zur Verhinderungspflege ist eine Kurzzeitpflege aber nicht zu Hause möglich.

Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege?

Jeder Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5 kann die Kurzzeitpflege für sich in Anspruch nehmen. Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 haben die Möglichkeit, den ihnen zustehenden Entlastungsbeitrag von 125 Euro monatlich für die Kurzzeitpflege einsetzen.

Zusätzlich gibt es seit 2016 – bei Erfüllung gewisser Voraussetzungen – die Kurzzeitpflege auch für Personen ohne Pflegegrad, die nach einem Krankenhausaufenthalt und/oder schwerer Krankheit pflegebedürftig sind. In diesen Fällen wird die Kurzzeitpflege dann jedoch Übergangspflege genannt.

Was kostet die Kurzzeitpflege?

Die Kosten für die Kurzzeitpflege setzen sich aus der stationären Pflege und den drei Komponenten der Pflege zusammen:

  • den Pflegekosten
  • den Investitionskosten
  • der Unterbringung und der Verpflegung

Die Pflegekassen zahlen als Zuschuss für die eigentliche Pflege einen Pauschalbetrag

  • von 1.612 Euro, und zwar immer unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad.
  • Für Unterbringung und Verpflegung sowie für die Investitionskosten muss der Pflegebedürftige selbst aufkommen.
  • Sie können jedoch den ihnen zusätzlich zustehenden sogenannten Entlastungsbeitrag in Höhe von 125 Euro monatlich für die Unterbringungskosten verwenden.
  • Das Pflegegeld wird während der Kurzzeitpflege zu 50 % weiterbezahlt.

Die Kurzzeitpflege im Überblick:

  • Angehörige können eine Auszeit von der Betreuung nehmen.
  • Die Pflegebedürftigen werden stationär versorgt.
  • Die Pflege kann für 56 Tage im Jahr in Anspruch genommen werden
  • Die Pflegekassen übernehmen die Kosten für die Pflege bis zu einer Höhe von 1.612 Euro.

Bild: © grki / stock.adobe.com