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Niemand fühlt sich gerne eingesperrt – auch dann nicht, wenn man, wie es bei an Demenz Erkrankten häufig der Fall ist, jemanden braucht, der im Alltag auf einen aufpasst. Glücklicherweise gibt es dank moderner Technik einige Möglichkeiten, um Menschen mit Demenz mehr Sicherheit zu geben. Dazu gehören zum Beispiel besondere Weglaufschutzsysteme, die bereits in vielen Pflegeeinrichtungen erfolgreich eingesetzt werden.

Wie funktioniert ein Weglaufschutzsystem?

Das System besteht zum einen aus einem Sendegerät, einem sogenannten Transponder, der von dem an Demenz erkrankten Bewohner getragen wird. Der Transponder wird zum Beispiel an einer Armbanduhr angebracht oder als Clip an der Kleidung befestigt. Den zweiten Teil des Systems stellen die Empfängergeräte dar, die an den entsprechenden Türen installiert sind.

Verlässt nun ein weglaufgefährdeter Bewohner den zuvor definierten, sicheren Bereich
(Pflegestation, gesamtes Haus, Garten), schickt der Sender ein Signal an das Empfangsgerät. Dieses sendet nun sofort einen „stillen Alarm“ zum Telefon oder Handy der Betreuungsperson. Aufgrund dieses Alarms weiß die Betreuungsperson, dass sich der an Demenz erkrankte Bewohner aus dem Haus begeben hat. Sie schaut auf dem Ortungshandy nach, wo er sich befindet, und kann nun entsprechend reagieren.

Der Seniorenwohnpark der AWO Oberbayern in Dießen ist eine von vielen Pflegeeinrichtungen,
die dieses System mit Erfolg einsetzen, wie die Pflegeeinrichtungsleiterin Frau Katharina Wurm berichtet. Besonders schätzt sie an dieser Technik, dass die an Demenz erkrankten Bewohner so einen vergrößerten Bewegungsradius und damit einen Zugewinn an Lebensqualität erhalten. Ein weiterer Vorteil: Da der Alarm „still“ ausgelöst wird, entsteht beim Bewohner nicht das Gefühl der Überwachung. Nicht zuletzt profitieren auch die Pflegekräfte davon, da sie ihre Bewohner stets sicher wissen und sich somit auf das Wesentliche konzentrieren können – die Pflege der ihnen anvertrauten Heimbewohner.

Alternative Systeme ermöglichen es,
dass die Türen generell offen bleiben, sodass sich die Bewohner weniger eingeengt fühlen. In diesem Fall meldet das Transpondersystem, wenn jemand das Haus bzw. den sicheren Bereich verlassen möchte, aber zu denjenigen Bewohnern gehört, die das zu ihrer eigenen Sicherheit nicht dürfen. Die Türen werden dann automatisch verriegelt.

Zusätzlich möglich: Laufrichtungserkennung

Zusätzlich ist es möglich, eine sogenannte Laufrichtungserkennung zu integrieren. So erfährt das Personal nicht nur, dass ein dementer Bewohner zum Beispiel den Garten betreten hat, sondern erhält auch eine Meldung, wenn er wieder in die Einrichtung zurückgekehrt ist. 

Wichtig zu wissen

Die oben genannten Weglaufschutzsysteme dürfen nur für die Bewohner einer Pflegeeinrichtung eingesetzt werden, bei denen die Gefahr besteht, dass sie sich selbst und/oder andere gefährden. Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass die Überwachung nicht ohne die Zustimmung des bestellten Betreuers oder Bevollmächtigten des betreffenden Bewohners erfolgen darf. 


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