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Wer bekommt Pflegegrad 3?

Menschen, die einen Pflegegrad 3 haben, sind in ihrer Selbstständigkeit oder in ihren Fähigkeiten schwer beeinträchtigt.

  • Bei Personen ohne geistige Beeinträchtigung stellen meist enorme motorische Probleme diese Beeinträchtigungen dar.
  • Meist bleibt den Pflegebedürftigen allerdings noch eine eingeschränkte selbstständige Mobilität mit Hilfsmitteln.
  • Demente oder geistig behinderte Pflegebedürftige in diesem Grad haben in der Regel enorme kognitive Einschränkungen.

Der Pflegegrad 3 entspricht der bis vor 2017 gültigen Pflegestufe 2.

Wie hoch ist der Anspruch auf Pflegegeld?

  • Häusliche Pflege:
    Personen mit Pflegegrad 3, die zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld in Höhe von 545 Euro monatlich oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 1.298 Euro monatlich.
  • Entlastungsbeitrag:
    Außerdem wird ein sogenannter Entlastungsbeitrag von monatlich 125 Euro gezahlt. Dieser dient der Erstattung von Aufwendungen, die dem Pflegebedürftigen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen der Tages- oder Nachtpflege, der Kurzzeitpflege, von zugelassenen Pflegediensten oder von anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag entstehen.
  • Verhinderungspflege:
    Ebenso übernimmt die Pflegeversicherung im Rahmen der sogenannten Verhinderungspflege die Kosten einer Ersatzpflege in Höhe von in der Regel bis zu 1.612 Euro für längstens sechs Wochen je Kalenderjahr.
  • Kurzzeitpflege:
    Für die Kurzzeitpflege in einer Pflegeeinrichtung stehen pro Kalenderjahr 1.612 Euro für einen Zeitraum von bis zu acht Wochen zur Verfügung.
  • Pflegeberatung und Pflegekurse:
    Zudem haben Pflegebedürftige unabhängig vom Pflegegrad Anspruch auf Pflegeberatung und Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pfleger.
  • Pflegehilfsmittel:
    Ebenso stehen ihnen Zuschüsse für medizinische Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel bis zu einer Höhe von 40 Euro monatlich zu. Zuschüsse gibt es auch für eine altersgerechte Wohnraumanpassung, ebenfalls unabhängig vom Pflegegrad in Höhe von bis zu 4.000 Euro. Bis zu 4.000 Euro Unterstützung erhält der Pflegebedürftige auch dann, wenn er in eine Senioren-WG ziehen möchte.
  • Wohngruppen:
    Ambulant betreute Wohngruppen unterstützt die Pflegekasse unabhängig vom Pflegegrad zudem mit einer einmaligen Anschubfinanzierung in Höhe von bis zu 2.500 Euro pro Person, bzw. 10.000 Euro pro Wohngruppe. Für organisatorische und betreuende Hilfen in Pflege-WGs werden monatlich 214 Euro gezahlt.
  • Pflegeheim:
    Monatlich 1.262 Euro erhalten Pflegebedürftige mit Pflegegrad 3 aus der Pflegekasse, wenn sie vollstationär in einem Pflegeheim gepflegt werden.

Die Leistungen in den fünf Pflegegraden (PG) im Überblick

  PG 1 PG 2 PG 3 PG 4 PG 5
Pflegegeld (ambulant)   316,00 € 545,00 € 728,00 € 901,00 €
Pflegesachleistung (ambulant)   689,00 € 1.298,00 € 1.612,00 € 1.995,00 €
Entlastungsbetrag (ambulant) 125,00 € 125,00 € 125,00 € 125,00 € 125,00 €
Leistungsbetrag (vollstationär) 125,00 € 770,00 € 1.262,00 € 1.775,00 € 2.005,00 €

Welche Form der Pflege kommt infrage?

Menschen mit einem Pflegegrad 3 sind zum Teil beträchtlich in ihrem Alltag eingeschränkt.

  • Vielfach reicht ein ambulanter Pflegedienst für die Betreuung nicht aus, sodass eine dauerhafte Pflege nötig ist.
  • Wenn Angehörige die Pflege übernehmen, dann kann ein ambulanter Pflegedienst die Angehörigen unterstützen.
  • Auch eine Kurzzeit- oder Verhinderungspflege können in Anspruch genommen werden.

Bild: © karandaev / stock.adobe.com