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Viele nahe Angehörige führen die häusliche Pflege mit großer Hingabe durch. Doch das birgt auch Gefahren. Damit Sie als pflegender Angehöriger nicht aufgrund einer Überforderung ausfallen, müssen Sie hin und wieder die Betreuung unterbrechen oder reduzieren.

Beachten Sie Symptome für eine körperliche oder seelische Überlastung und reagieren Sie darauf.
Neben einer körperlichen Erschöpfung können Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Schlafstörungen auftreten.

Wenn Sie rechtzeitig auf Warnsignale achten,

können Sie viel tun, um Überforderung zu vermeiden. Vergessen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse nicht und nehmen Sie rechtzeitig Hilfe in Anspruch.

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Überforderungssymptome beachten – Entlastungshilfen annehmen

Viele Pflegende versuchen, so lange wie irgend möglich durchzuhalten. Wenn Sie auf Überforderungssymptome nicht reagieren, schaden Sie sich selbst und auch dem Pflegebedürftigen. Im schlimmsten Fall fallen Sie für einen längeren Zeitraum aus. Außerdem gilt: Sie haben natürlich auch als Pflegende ein Recht auf Ihre eigenen Interessen. Nehmen Sie deshalb Entlastungsangebote an.

Dazu zählen ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen durch:

  • Verhinderungspflege
  • Kurzzeitpflege
  • Tages- oder Nachtpflege
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Ein Urlaub mit Demenzerkrankten oder eine Entlastung durch Betreuungsgruppen wird von der Alzheimer-Gesellschaft angeboten. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie Treppenlifte reduzieren Ihre Alltagsbelastung spürbar. Ratschläge zur Unterstützung erhalten Sie in Pflegestützpunkten und Gruppenkursen.

Da die Grenze zur Überlastung oft fließend ist und nicht immer rechtzeitig bemerkt wird, sollten Sie sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen. Bei Bedarf kann ein Psychotherapeut helfen.

Wichtig für Ihre Entlastung: Lernen Sie, Nein zu sagen

Selbst bei großer emotionaler Nähe zum Pflegebedürftigen sollten Sie Grenzen zum Selbstschutz setzen. Nicht jeder Wunsch des Pflegebedürftigen muss in kürzester Zeit erfüllt werden.

Ein begründetes „Nein“ mit liebevollen aber klaren Formulierungen ist erlernbar. Dazu zählt auch Ihre Entscheidung, den Betreuungsanteil zu reduzieren oder zeitweise zu unterbrechen.

Je stabiler Sie selbst sind, umso mehr neue Energie bringen Sie auch mit in die Pflege.
Zusätzliche Unterstützung bieten Entspannungsübungen. Bei einer anhaltenden seelischen Belastung mit Sorgen, Enttäuschungen, Trauer und Wut ist Entspannung als Ventil für Ihren Leidensdruck erforderlich. Ihre Maßnahmen zum Entspannungsausgleich sollten daher keine Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen hervorrufen.

Handlungsempfehlungen und Entlastungsangebote auf einen Blick:

  • Nutzen Sie vorübergehende stationäre Pflege.
  • Binden Sie Pflegedienste stärker ein.
  • Nutzen Sie Angebote für den Urlaub mit einem demenzkranken Pflegebedürftigen.
  • Gönnen Sie sich stundenweise Entlastung durch Betreuungsgruppen.
  • Setzen Sie auf wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.
  • Ziehen Sie Grenzen.
  • Üben Sie, Nein zu sagen.
  • Verändern Sie Ihre Einstellung: Beachten Sie angemessen familiäre Bedürfnisse und berufliche Verpflichtungen.
  • Bewahren Sie Ihre sozialen Kontakte
  • Nutzen Sie Entspannungstechniken.

 

Bild: © uzkiland / stock.adobe.com