Sie sind hier

2019: Wichtige Änderungen im Bereich der Pflege

Im kommenden Jahr gibt es zahlreiche Änderungen im Bereich der Pflege und auch der Pflegeversicherung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte: "Zum 1. Januar haben wir im Gesundheitswesen vieles konkret verbessert". So treten zum Jahreswechsel unter anderem das das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) und das Gesetz zur Beitragssatzanpassung in der sozialen Pflegeversicherung in Kraft. Wir haben für Sie das Wichtigste kompakt und übersichtlich zusammengestellt:

Beitrag der Pflegeversicherung steigt

Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt ab Januar 2019 um 0,5 auf 3,05 Prozent. Kinderlose müssen künftig sogar 3,3 Prozent zahlen. Das soll jährliche Mehreinnahmen von 7,6 Milliarden Euro ergeben. Die Anhebung sei notwendig, weil die Leistungen stärker als erwartet in Anspruch genommen wurden. Außerdem sollen somit in den nächsten Jahren weitere Verbesserungen im Pflegebereich finanziert werden.

Einfacher in Kur gehen

Für pflegende Angehörige soll es ab Januar deutlich leichter werden, eine stationäre, medizinische Rehabilitationsleistungen zu beantragen. Pflegende Angehörige können ab dann auch eine stationäre Reha in Anspruch nehmen, selbst wenn ambulante Maßnahmen ausreichend wären. Wenn die pflegebedürftige Person ebenfalls in der Reha-Einrichtung betreut werden kann, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Andernfalls müssen Kranken-und Pflegekasse die Betreuung organisieren.

Taxifahrten zum Arzt 

Für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 3 und Menschen mit Behinderungen werden Taxifahrten zu einer ambulanten Behandlung einfacher. Sie gelten mit der ärztlichen Verordnung als genehmigt. 

Pflegeheimkosten steuerlich absetzen

Die Kosten für das Pflegeheim können künftig steuerlich als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Allerdings ist es wichtig von den Pflegeheimkosten, die Gelder der Pflegeversicherung sowie die Erstattungen der Beihilfe abzuziehen. Gibt es außerdem keine eigene Wohnung mehr, müssen auch Haushaltskosten berücksichtigt werden, die durch die Aufgabe des Wohnung eingespart werden. Diese Pauschale steigt 2019 von ursprünglich 9.000 Euro auf 9.168 Euro an. Dieser Steuervorteil ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn Pflegebedürftige müssen von ihren Einkünften nur wenig versteuern. Die Kosten für die Pflegeheime nehmen allerdings stark zu. So stiegen die Kosten im Jahr 2018 laut Verband der Privaten Krankenkassen um durchschnittlich acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zusätzliche Pflegestellen

In der vollstationären Altenpflege sollen 13.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden, die von den Krankenkassen ohne finanzielle Beteiligung der Pflegebedürftigen finanziert werden. 

Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte

Um Pflegekräfte zu entlasten, soll die Digitalisierung stärker gefördert werden. Die Pflegeversicherung stellt dafür einmalig pro Einrichtung (ambulant oder stationär) 12.000 Euro zur Verfügung. Mit der Kofinanzierung der Einrichtung können Maßnahmen im Umfang von bis zu 30.000 Euro je Einrichtung finanziert werden.