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Corona: Was ändert sich in der Pflege?

Die anhaltende Panedmie und die sich immer ändernden Regeln und Gesetze sorgen für Unsicherheit bei den Menschen. Auch für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige ist die Zeit mit dem Corona-Virus sehr herausfordernd. Welche Bestimmungen vorläufig aufgrund der Pandemie geändert wurden, haben wir übersichtlich für Sie zusammengestellt:

1. MDK-Pflegebegutachtung:

Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit wird – nachdem sie Corona bedingt per Telefon stattgefunden hat – ab sofort wieder per Hausbesuch durchgeführt. Es wurden hierfür strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen festgelegt, um den Schutz der Pflegebedürftigen sicherzustellen. Die Gutachter werden regelmäßig getestet, tragen FFP2-Masken und halten sich an die gegebenen Abstands- und Hygienemaßnahmen.

2. Entlastungsbeitrag bei Pflegegrad 1:

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI in Höhe von 125 Euro monatlich auch für Hilfen außerhalb der geltenden Regelung einsetzen. Wenn Sie beispielsweise aufgrund von Corona Hilfe von Nachbarn und Freunden in Anspruch nehmen müssen, können Sie diese mittels des Entlastungsbeitrages zahlen. Wichtig: Diese Regelung gilt nicht für Personen, die mit Ihnen in einem Haus oder einer Wohnung wohnen. Die Hilfe muss von außen kommen. Diese Regelung gilt bis zum 30.06.2021.

3. Pflegeunterstützungsgeld:

Pflegende Angehörige, die erwerbstätig sind, erhalten bis zu 20 Arbeitstage Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung. Außerdem wird das Pflegeunterstützungsgeld auch gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist, den die Angehörigen durch die Pandemie nur selbst auffangen können. Auch diese Regelung gilt voraussichtlich bis zum 30.06.2021.

4. Restguthaben

Eine weitere wichtige Änderung für alle Pflegebdrüftigen ist, dass nicht verbrauchte Entlastungsbeträge aus dem Jahr 2020 ausnahmsweise bis zum 30. September 2021 in Anspruch genommen werden können.

5. Verpflichtende Beratungsbesuche nach § 37,3 SGB XI:

Pflegegeldempfänger, die keinen Pflegedienst in Anspruch nehmen, müssen sich alle 3 bis 6 Monate beraten lassen. Diese Beratungen sind aufgrund von Corona aktuell auch digital oder telefonisch durchführbar. Dies kann auf Wunsch des Pflegebedürftigen entsprechend umgestellt werden. Aktuell gilt diese Regelung ebenfalls bis voraussichtlich 30.06.2021.

6. Pflegehilfsmittel:

Statt der bisherigen 40 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel stehen jetzt bis voraussichtlich 31.12.2021 60 Euro pro Monat zur Verfügung.