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Für die Pflege eines nahen Angehörigen können Sie sich von der Arbeit freistellen lassen. Bis zu zwei Jahre lang können Sie beruflich kürzertreten und sich fast komplett der Pflege eines Angehörigen im häuslichen Bereich widmen. Reduzieren Sie ihre Arbeitszeit, sinkt auch das monatliche Einkommen.

Mit dem neuen Pflegezeitgesetz möchte der Gesetzgeber finanzielle Unterstützung bieten.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie ein Darlehen vom Staat in der Pflegezeit beantragen.

Welche Modelle zur Pflege gibt es?

Sie können für die Pflege eines Angehörigen zwischen zehn Tagen und zwei Jahren beruflich kürzertreten.

Freistellung bis zu 10 Tagen
In einer akuten Pflegesituation können Sie sich ohne Genehmigung des Arbeitgebers bis zu zehn Tage freistellen lassen. Als Ersatzleistung zum Gehalt erhalten Sie das Pflegeunterstützungsgeld. Sie brauchen keine Genehmigung des Arbeitgebers, müssen diesen jedoch so schnell wie möglich informieren.

Freistellung bis zu sechs Monate
Für die Pflege eines nahen Angehörigen können Sie bis zu sechs Monate ganz oder teilweise freistellen lassen. Dafür muss der Angehörige jedoch mindestens den Pflegegrad I besitzen. Die Pflegezeit können Sie für die Pflege zu Hause oder in einer Einrichtung verwenden. In Betrieben mit weniger als 15 Mitarbeitern benötigen Sie die Zustimmung des Arbeitgebers.

Freistellung bis zu 24 Monaten
Im Rahmen der Familienpflegezeit können Sie sich bis zu 24 Monate um die Pflege eines Angehörigen kümmern. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten und sich nicht komplett freistellen lassen. In kleinen Betrieben mit weniger als 25 Mitarbeitern benötigen Sie dafür die Zustimmung des Arbeitgebers. Haben Sie bereits die Pflegezeit in Anspruch genommen, reduziert sich die Familienpflegezeit um diesen Zeitraum.

Darlehen für die Pflege

Sowohl in der Pflegezeit als auch in der Familienpflegezeit besteht Anspruch auf ein Darlehen vom Staat. Sie können das Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragen.

  • Die erste Rate erhalten Sie frühestens mit Beginn der Pflegezeit, nicht früher.
  • Die Höhe der finanziellen Unterstützung beschränkt sich auf die Hälfte des ausgefallenen Nettolohns, bezogen auf das Jahreseinkommen.
  • Die finanzielle Unterstützung wird Ihnen zinsfrei gewährt.
  • Zur Berechnung der Darlehenshöhe wird eine fiktive Arbeitszeit von 15 Stunden pro Woche angesetzt.
  • Sie gilt sowohl bei der Pflegezeit als auch bei der Familienpflegezeit als Grundlage.
  • Ausgezahlt werden nur Darlehen von mindestens 50 Euro pro Monat.

Vor- und Nachteile des Darlehens

Für das Darlehen sprechen:

  • Das Darlehen wird unabhängig vom Jahreseinkommen gewährt.
  • Es ist zinsfrei.
  • Es federt finanzielle Einbußen ab.
  • Es besteht ein Kündigungsschutz während der Auszeit.
  • Die Rückzahlungspflicht kann im Härtefall entfallen.

Gegen das Darlehen sprechen:

  • maximaler Anspruch: 24 Monate
  • Die Rückzahlungsfrist beginnt unmittelbar nach Pflegezeitende.
  • Die Einzahlung in Renten- und Arbeitslosenversicherung ist niedriger.
  • In kleinen Betrieben ist die Pflegezeit nur mit Einwilligung des Arbeitgebers möglich.

​Bild: © UBER IMAGES / stock.adobe.com 

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