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Dekubitus: Obacht vor dem Wundliegen

In den 1980er-Jahren rückte durch eine Reihe von Pflegeskandalen das Thema Dekubitus in den Fokus der Öffentlichkeit.

Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern es ist der Fachbegriff für das Wundliegen sowie die damit verbundenen Druckstellen.

Noch heute treten in Pflegeheimen und Intensivstationen vereinzelt Fälle davon auf.
Durch eine richtige Pflege der bettlägrigen Patienten lässt sich diese gefährliche Hautschädigung jedoch verhindern.

Die Anzeichen sind eindeutig

Durch ein langes Liegen im Bett kann es zu einer Ernährungsstörung der Haut und des Unterhautgewebes kommen. Der Druck und die Kompression von Blutdruckgefäßen an Körperstellen mit wenig Muskulatur wie Steissbein, Fersen, Hinterkopf und Knöchel können über einen längeren Zeitraum zum Gewebstod führen.

  • Erste Anzeichen für Dekubitus sind Rötungen am Körper, die selbst dann nicht weggehen, wenn auf ihnen für zwei Stunden kein Druck mehr lastet.
  • Sogar Blasen und kleine Hautschäden können sich entwickeln, die darauf hinweisen, dass die Haut nicht mehr durchblutet wird.
  • Besonders schlimm hat es den Patienten getroffen, sobald Sie Schädigungen des Gewebes entdecken oder sich Löcher gebildet haben.

Ist dieses Stadium erreicht, drohen Blutvergiftung und Tod.
Doch schon bei den ersten Anzeichen von Druckstellen müssen Sie handeln und den Hausarzt konsultieren. Am besten tun Sie jedoch bereits im Vorfeld alles dafür, dass es gar nicht erst zu einem Wundliegen kommt. Die Behandlung von Dekubitus ist nämlich für Pfleger und Patienten langwierig und schwer.

Die Behandlung

Wird ein Dekubitus erkannt, ist die erste und wichtigste Maßnahme den Druck von der betroffenen Hautpartie zu nehmen. Regelmäßiges Umlagern oder Umsetzen sowie druckverteilende Hilfsmittel wie Wechseldruckmatratzen sollen für Druckentlastung sorgen.

Wer zu Hause selbst pflegt, sollte bei auftretenden Dekubitus einen Arzt aufsuchen. Besonders bei der Wundversorgung ist Aufmerksamkeit und professionelle Unterstützung gefragt. Ist die Wunde klein und trocken, reicht meist schon ein steriler Verband. Feuchte Wunden müssen mit einer Kochsalzlösung gespült werden und benötigen danach meist spezielle Wundauflage, die das Gewebe luftdicht verschließen. Das Material ist so konstruiert, dass die Wunde darunter feucht gehalten wird und so möglichst optimal heilen kann, ohne dass das Gewebe mit dem Pflaster verklebt.

Vorbeugende Maßnahmen

Um das Wundliegen zu verhindern, sollten gefährdete Patienten zur Bewegung im Rahmen ihrer Möglichkeiten motiviert werden und ansonsten regelmäßig umgelagert oder umgesetzt werden. Auch eine gute Hautpflege ist wichtig. Hilfreiche Tipps zur Körperpflege pflegebedürftiger Menschen finden Sie hier.

Vorbeugen ist besser als aufwendig behandeln

Die Behandlung von Dekubitus fällt je nach Schweregrad aus. Der Hausarzt wird das Pflegepersonal anweisen, ein professionelles Wundmanagement und eine Schmerztherapie vorzunehmen.

  • Die Gabe von Antibiotika kann ebenfalls notwendig sein.
  • In schweren Fällen muss ein Chirurg außerdem die Nekrose entfernen und Haut transplantieren.

Damit diese Therapie gar nicht erst erforderlich ist, gibt es hochwirksame Maßnahmen zur Vorbeugung.

Achten Sie darauf, dass der Bettlägrige hinreichend mobilisiert wird und es regelmäßig zu einem Lagewechsel kommt.

Zusätzlich sind spezielle Matratzen erhältlich, auf denen der Patient weich liegt.
Sie lindern den Druck auf einige Hautpartien, erschweren aber Spontanbewegungen. Es ist daher unerlässlich, dass die zu pflegende Person in regelmäßigen Abständen bewegt wird.

Zusammenfassung Dekubitus

  • Dekubitus ist schmerzhaft und lebensbedrohlich.
  • Bereits entstandene Wunden lassen sich schwer behandeln.
  • Bereits bei ersten Anzeichen muss reagiert werden.
  • Vorbeugende Maßnahmen verhindern zuverlässig das Wundliegen.

Titelbild: © XtravagnT / stock.adobe.com