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Mit den kleinen Dingen fängt es an

Oft beginnt es mit kleinen Dingen, die zunächst nicht auffallen. Der Schlüssel ist nicht mehr auffindbar, Wörter fallen einem nicht mehr ein oder der Parkplatz mit dem Auto ist nicht mehr auffindbar. Das kann ja jedem einmal passieren. Doch wenn sich die Geschehnisse häufen und der Betroffene sich obendrein im fortgeschrittenen Alter befindet, keimt schnell der Verdacht einer Demenzerkrankung auf.

Viele scheuen sich dann den Betroffenen daraufhin anzusprechen.
Zu Recht, denn ein bisschen Vergesslichkeit ist noch lange kein Zeichen einer Erkrankung, sondern oftmals entsteht dies durch Überlastung oder durch eine nachlassende Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Häufen sich jedoch die Ereignisse, sollten Sie unbedingt das Gespräch suchen.

Auch wenn es heute noch keine wirksamen Medikamente gegen Demenz gibt, sollten Sie wissen, dass es auch sekundäre Demenzformen gibt.

Das bedeutet, die Demenzerkrankung ist eine Folge bedingt durch eine andere Erkrankung wie beispielsweise

  • Stoffwechselerkrankungen
  • Vitaminmangelzustände
  • Depressionen

So ist es unter Umständen möglich, durch eine Behandlung der Grunderkrankung
auch die Demenzerkrankung einzudämmen oder gar zurückzubilden. Laut der deutschen Alzheimer Gesellschaft machen die sekundären Demenzen bis zu 10 % aller Krankheitsfälle aus. Wobei ich vermute, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, denn viele wollen nicht zum Arzt gehen und ihre Grunderkrankung bleibt unerkannt.

Umso wichtiger ist demnach frühzeitig einen Spezialisten aufzusuchen,
wenn sich die Symptome nicht mehr übersehen lassen. Es verlangt viel Fingerspitzengefühl und ein große Portion Empathievermögen.

Abwehrhaltung bei dem Betroffenen

Aussagen, wie „Ich glaub bei dir ist es jetzt auch schon so weit“ oder „Laß uns mal über deine Demenz reden“ erzeugen mit Sicherheit eine impulsive Abwehrhaltung bei dem Betroffenen. Zu groß ist die Angst sich die eigene Vergänglichkeit einzugestehen, weswegen die meisten Menschen zunächst geschickt verbergen, wie es um sie steht.

Kürzlich habe ich eine Leserin getroffen, die mir erzählte,
sie und ihre Mutter hätten das Thema gemieden wie die Pest. Dabei wussten sie beide, dass die Vergesslichkeit der Mutter und die zeitweise Orientierungslosigkeit nicht mehr in ein normales Bild des Altwerdens passt.

Eines Tages habe ich mir ein Herz gefasst und meine Mutter angesprochen. Ich habe sie gefragt, ob ihr das auch schon aufgefallen ist, dass sie in letzter Zeit so viel vergisst. Ob wir nicht mal zu einem Neurologen gehen wollen, habe ich sie gefragt. Ganz kurz ist sie erstarrt und plötzlich fing sie an zu weinen. Wir lagen uns fast eine halbe Stunde weinend in den Armen, bis sie mir sagte, sie wäre so froh, dass ich sie gefragt hätte. Sie hatte so eine Angst, das ich damit nicht klar kommen würde.

Es kann auch eine Erlösung sein, wenn man das Problem offensiv angeht.
Vor allem, wenn der Betroffene weiß, er bekommt von Ihnen die volle Unterstützung und muss nicht um Ihre Zuneigung fürchten. 

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