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Ein Problem vieler Pflegender: Zu müde zum Schlafen

Viele pflegende Angehörigen kennen das Problem: Man hilft den Pflegebedürftigen, kümmert sich parallel um seinen eigenen Haushalt, hat eventuell noch bürokratische Aufgaben mit dem Beantragen des Pflegegeldes oder der Suche nach der passenden Tagespflege zu tun und ist abends kaputt und will eigentlich nur noch ins Bett. Doch man liegt wach da und findet nicht in den Schlaf. Viele müssen noch nachts aufstehen und den Pflegebedürftigen helfen.

Schlafprobleme und Schlafstörungen können die verschiedensten Gesichter und unterschiedlichsten Ursachen haben, aber eins haben alle gemeinsam: am nächsten Morgen fühlt man sich nicht erholt und noch kaputter als am Abend zuvor. Gerade ein gesunder Schlaf ist besonders wichtig, damit sich der Körper und die Psyche regenerieren können und man neue Kraft tankt – besonders für den stressigen Alltag der pflegenden Angehörigen.

Ein Drittel der Deutschen gibt an unter Schlafstörungen zu leiden.
Zu viel Stress, zu viele Sorgen – der Kopf kann nicht abschalten, man dreht sich von rechts nach links und kommt nicht zur Ruhe.

Bei Schlafstörungen greifen Betroffene oft viel zu schnell zu Schlafmitteln oder anderen Medikamenten,

damit sich die ersehnte Nachtruhe einstellt. Dabei gibt es viele andere Tipps, die helfen können. Da längerfristige Schlafstörungen zu Bluthochdruck oder auch Depressionen führen können, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen, wenn sich die Probleme nicht nach einiger Zeit wieder einstellen.

Was sind Schlafstörungen?

Schlafstörungen können sich in folgenden Problemen äußern:

  • Probleme beim Einschlafen
  • Störungen beim Durchschlafen
  • Vorzeitiges Erwachen

Was fördert Schlafstörungen?

  • Die Ursachen für Schlafstörungen sind oft Stress, private Sorgen und ein hoher Leistungsdruck.
  • All dies findet man im Alltag pflegender Angehöriger und daher sind sie schnell von Schlafstörungen betroffen.
  • Die genannten Faktoren fördern die Ausschüttung von Stresshormonen und der Körper glaubt, in Gefahr zu schweben.
  • Daher denkt der Körper, dass Schlaf jetzt nicht das richtige ist und man sich dies nicht in stressigen Phasen gönnen sollte.
  • Neben den Stressfaktoren können aber auch körperliche Beschwerden und Schmerzen, worunter viele pflegende Angehörige ebenfalls leiden, einem am gesunden Schlaf hindern.

Was hilft gegen Schlafstörungen?

Wir haben ein paar Tipps für den Alltag zusammengestellt, die einem das Einschlafen und Durchschlafen erleichtern können:

  • Nur ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist
  • Morgens immer zur gleichen Zeit aufstehen und eine Routine schaffen – unabhängig von der Schlafdauer
  • abends nur ein kleines, leichtes und gut verdauliches Abendbrot zu sich nehmen und auf fette und Kohlenhydratreiche Speisen verzichten
  • tagsüber nur wenig Nikotin und/oder Koffein zu sich nehmen und ab dem späten Nachmittag ganz darauf verzichten
  • zu viel Salz und auch Zucker können zu Problemen beim Schlafen führen
  • spezielle Teemischungen wirken Schlaf fördernd und stimmungsstabilisierend. Diese Mischungen bestehen meist aus Baldrian, Melisse, Hopfen, Johanniskraut, Passionsblume und Lavendel.
  • Der Klassiker unter den Einschlafmittel ist immer noch die warme Milch mit Honig. Verantwortlich für die beruhigende Wirkung auf den Körper sind das Kalzium und der Eiweißanteil in der Milch. Diese begünstigen die Entspannung der Muskulatur und Nerven. Honig beinhaltet ebenfalls viele Stoffe, die schlaffördernd wirken.

Bild: © Javier brosch / stock.adobe.com