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Konfliktursachen in der Pflegebeziehung

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Die Aufgabe, jemanden zu pflegen, ist nicht nur sehr verantwortungsvoll, sondern auch sehr stressig – sowohl physisch als auch psychisch! Nicht selten sind pflegende Angehörige überfordert, wissen nicht, wie sie die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen am besten berücksichtigen und wollen keine Fehler machen. Schnell entstehen im Pflegealltag Konflikte und Meinungsverschiedenheiten, die in vielen Fällen unausgesprochen bleiben. Doch es ist wichtig, sich offen und ehrlich mit diesen Konflikten auseinanderzusetzen, denn die Streitereien machen den Pflegealltag noch schwerer als er ohnehin schon ist.

Neue Situation sehen und verstehen

Oftmals muss man sich in sein Gegenüber hineinversetzen, um die neue Situation zu verstehen. Auf der einen Seite ist der Pflegebedürftige, der auf einmal abhängig ist und seine Selbstständigkeit einbüßt.  Oft fällt es den Pflegebedürftigen schwer um Hilfe zu fragen und diese zu akzeptieren. Dies führt natürlich zu Verdruss auf der Seite der pflegenden Angehörigen. Sie fühlen sich nicht wertgeschätzt. Dabei ist es meist die Wut und auch die Verzweiflung über die neue Situation, die die Pflegebedürftigen launisch werden lässt.

Überforderung mit den neuen Aufgaben

Doch auch die Situation der pflegenden Angehörigen muss berücksichtigt werden. Sie haben auf einmal zusätzlich sehr viel Verantwortung, sind rund um die Uhr im Einsatz, müssen meist ihren und nun auch einen weiteren Haushalt führen. Dazu kommt die seelische Belastung, die die pflegenden Angehörigen zusätzlich bedrückt. Auch körperliche Beschwerden sind nicht selten Teil des Pflegealltags, die sich auf die Stimmung und das Wohlbefinden der pflegenden Angehörigen auswirken.

Schweigen ist silber – reden ist gold

Auch eine schlechte und falsche Kommunikation kann zu Konflikten und respektlosem Verhalten führen. Pflege ist eine sehr intime Aufgabe, die ohne gegenseitigem Vertrauen nicht richtig funktionieren kann. Je höher die Pflegestufe ist, desto wichtiger ist das Einfühlvermögen und auch die richtige Kommunikation. Besonders wenn dem Pflegebedürftigen das Sprechen aufgrund einer Krankheit schwer fällt oder im Falle von Alzheimer die Kommunikation eingeschränkt ist, muss man eine Form finden, sich mitzuteilen, ohne dass es zu Missverständnissen kommen kann. Meist ist es die Summe vieler, kleiner Konflikte, die schlussendlich zu einem ruppigen Verhalten führt.

Wie kann ich Konflikte im Pflegealltag vermeiden?

  • Versuchen Sie sich in die Situation Ihres Gegenübers zu versetzen!
  • Sprechen Sie Probleme an und meiden Sie nicht den Austausch!
  • Wenn es oft zu Missverständnissen kommt, ändern Sie Ihre Art der Kommunikation!
  • Wenn Sie keinen Ausweg sehen, nehmen Sie Hilfe von außen an!

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