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Mit Tagespflege Entlastung erfahren

Die Tagespflege als Teilleistung der Pflegeversicherung kann für Pflegebedürftige hilfreich sein, wenn die zeitlich begrenzten Besuche der ambulanten Pflegedienste zu Hause nicht mehr ausreichen, eine durchgehende, vollstationäre Pflege im Pflegeheim jedoch (noch) nicht notwendig ist. Das Konzept Tagespflege ist somit ideal für Senioren, die betreuungsbedürftig sind, aber weiterhin in ihrem heimischen Umfeld bleiben möchten. Sie müssen so ihre Lebensumstände nicht grundsätzlich ändern: Tagsüber halten sie sich in der Tagespflegeeinrichtung auf, abends bzw. nachts sind sie dann wieder in ihrer bekannten Umgebung. Die Tagespflege ist somit das perfekte Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Pflege. Aber auch zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehöriger kann die Tagespflege eine gute Option sein.

Welcher Betrag wird für die Tagespflege bewilligt?

Bereits seit Anfang 2015 wird die Tagespflege nicht mehr mit dem Pflegegeld verrechnet, sondern zusätzlich, neben den ambulanten Pflegesachleistungen, der Verhinderungspflege und den Entlastungsleistungen, bewilligt. Das bedeutet, dass die Kosten für die Tagespflege bis zu den für die Pflegegrade festgelegten Beträgen nicht (mehr) vom Pflegegeld abgezogen werden.

Für pflegebedürftige Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5 gibt es nun ab dem 1.1.2016 ein monatliches Budget in der Pflegeversicherung, mit dem die Leistungen der Tagespflege (teil)finanziert werden können. In untenstehender Tabelle sind das Pflegegeld und der zusätzliche Betrag für die Tagespflege je nach Pflegegrad aufgeführt.

 

Pflegegrad 2

Pflegegrad 3

Pflegegrad 4

Pflegegrad 5

Pflegegeld (ambulant)

316,00 €

545,00 €

728,00 €

901,00 €

Pflegesachleistung (teilstationär; Tagespflege)

689,00 €

1.298,00 €

1.612,00 €

1.995,00 €

 

Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 können die ihnen zustehenden Entlastungsleistungen von 125 € pro Monat für die Tagespflege einsetzen.

 

Was kostet die Tagespflege?

Die Kosten der Tagespflege teilen sich in zwei Bereiche auf: Kosten, die der Pflegebedürftige selbst tragen muss, und solche, die ab Pflegegrad 2 in einer bestimmten Höhe (abhängig von der Höhe des Pflegegrades) von der Pflegekasse übernommen werden. Selbst aufkommen muss der Pflegebedürftige für Verpflegung und Unterkunft sowie anteilig für anfallende Investitionskosten. Die Kosten für die medizinische Betreuung (Grund- und Behandlungspflege) sowie für den Fahrdienst (Beförderung des Pflegebedürftigen von der Wohnung zur Einrichtung der Tagespflege und zurück) werden von der Pflegekasse übernommen.

Tagespflege wird meist für ganze Tage angeboten. Es gibt jedoch auch Einrichtungen, die für halbe Tage gebucht werden können. Die Kosten, die dafür anfallen, unterscheiden sich dabei je nach Einrichtung, Region und Leistungspaket (auch abhängig vom Pflegegrad). Häufig liegen die Tagessätze zwischen 50,00 € und 90,00 € für den gesamten Tag, wobei davon circa 20 Euro auf die oben erwähnten selbst zu tragenden Kosten für die Verpflegung, die Unterkunft und die Investitionskosten anfallen.

Rechenbeispiel

Frau Lisa Meier ist pflegebedürftig. Vom MDK wurde ihr der Pflegegrad 3 zugesprochen. Somit kann sie pro Monat Pflegeleistungen eines ambulanten Dienstes in Höhe von 545 € in Anspruch nehmen und zusätzlich einen Etat in Höhe von 1.298 € für die Tagespflege nutzen. Aufgrund der oben aufgeführten anfallenden Kosten für die Tagespflege in Höhe von circa 70 Euro täglich ist es ihr also möglich, dieses Angebot jeden Monat mindestens vier Tage wöchentlich zu nutzen. Wie oben erwähnt, muss sie jedoch für diese Tage die anfallenden Kosten für die Verpflegung, die Unterkunft und die anteiligen Investitionskosten in Höhe von insgesamt circa 20 € täglich jeweils selbst.


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