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Osteoporose: Wenn die Knochen langsam schwinden

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Osteoporose zählt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den zehn häufigsten Erkrankungen. Auch in Deutschland ist diese Volkskrankheit weit verbreitet und mehr als sechs Millionen Menschen leiden an Osteoporse. Dabei bleibt die Krankheit auch häufig unerkannt.

Besonders ältere Menschen leiden häufig an fortgeschrittener Osteoporose, die zu einer eingeschränkten Mobilität und daraus resultierenden Pflegebedürftigkeit führt. Ohne die Unterstützung durch pflegende Angehörige oder einem Pflegedienst trauen sich die Betroffenen kaum noch, sich alleine zu bewegen. Dabei ist Bewegung ein probates Mittel, um den Knochenschwund zu verlangsamen.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine chronische Erkrankung, bei der die Knochen brüchig und porös werden. Grund dafür ein ist ein gestörter Knochenstoffwechsel. Ab dem 40. Lebensjahr wird Knochenmasse stetig abgebaut. Osteoporose beschleunigt diesen Prozess und somit reduziert sich die Knochenmasse viel schneller als bei gesunden Menschen. Zur Folge hat dieser schnelle Knochenabbau Brüche, vor allem im Oberschenkel- und Wirbelsäulenbereich.

Wie wird Osteoporose festgestellt?

Osteoporose kann durch die Messung der Knochendichte festgestellt werden. Allerdings bleiben viele Fälle unerkannt, da die brüchigeren Knochen keine Schmerzen verursachen. Erst, wenn die Osteoporose meist fortgeschritten ist und es zu schmerzhaften Knochenbrüchen kommt, wird das Krankheitsbild entdeckt.

Wer ist besonders anfällig für Osteoporose?

Frauen sind meist anfälliger für Osteoporose als Männer. Dies hat mit dem gesunkenen Östrogenspiegel in den Wechseljahren zu tun, der den Knochenstoffwechsel zusätzlich beeinflusst und anfälliger für Osteoporose macht. Mehr als dreiviertel aller Osteoporose-Patienten sind Frauen. Darüber hinaus fördert die Einnahme von Kortison, eine kalziumarme Ernährung sowie Rauchen und Alkohol das Risiko an Osteoporose zu erkranken.

Sind pflegebedürftige Menschen anfälliger für Osteoporose?

Das Risiko für Osteoporose steigt im Alter, da die Knochendichte immer weiter abnimmt. Daher sind viele Pflegebedürftige ebenfalls von dieser Volkskrankheit betroffen. Auch werden 20 Prozent der Patienten mit einem Oberschenkelhalsbruch danach zum Pflegefall. Gerade Oberschenkelhalsbrüche können ein Zeichen für Osteoporose sein, denn über 90 Prozent der Patienten mit Oberschenkelhalsbruch haben eine verminderte Knochendichte.

Kann ich mit Osteoporose einen Pflegegrad beantragen?

Osteoporose sorgt oft für Bewegungseinschränkungen und sorgt besonders bei älteren Menschen dafür, dass sie Unterstützung brauchen und gepflegt werden müssen. Ist die Osteoporose stark vorangeschritten und die Mobilität sehr weit eingeschränkt, sind die Patienten auf die Unterstützung von pflegenden Angehörigen oder professionellen Pflegekräften angewiesen. Wichtig ist auch, dass Stolperfallen im Alltag eliminiert werden. Hier können wohnraumverbessernde Maßnahmen dafür sorgen, dass sich betroffene Osteoporose-Patienten wieder sicherer in ihren eigenen vier Wänden bewegen können. Tipp: Wie Sie einen Pflegegrad beantragen, finden Sie in unserer Checkliste.

Wie wird Osteoporose behandelt?

Osteoporose ist eine chronische Krankheit und kann nicht rückgängig gemacht werden. Allerdings gibt es verschiedene Ansätze, um die Knochendichte zu stabilisieren und den schnellen Knochenabbau zu stoppen. Bei schweren Verläufen wird oft auf Medikamente zurückgegriffen, die sogenannte Bisphosphonate beinhalten. Diese Bisphosphonate stoppen den schnellen Knochenabbau und stärken die noch vorhandenen Knochen. Auch eine operative Stabilisierung der Wirbelkörper kann als mögliche Methode zum Einsatz kommen. Dies ist aber nur bei sehr schweren Verläufen und ei erfolgloser medikamentöser Behandlung der Fall. Auch eine ausgewogene Ernährung und Bewegung helfen, den schnellen Knochenschwund zu verlangsamen.

Kann ich Osteoporose verbeugen?

Da Kalzium besonders wichtig für gesunde Knochen ist, sollte bei der Ernährung darauf geachtete werden, dass man kalziumreiche Kost zu sich nimmt. Kalziumreiche Lebensmittel sind beispielsweise Milch und Milchprodukte, aber auch Gemüsesorten wie Broccoli oder Grünkohl. Auch in Mineralwasser ist wichtiges Kalzium enthalten. Neben Kalzium ist auch Vitamin D besonders wichtig für gesunde Knochen, da es dem Körper ermöglicht, Kalzium mit der Nahrung optimal aufzunehmen. Vitamin D ist das sogenannte Sonnenvitamin und wird durch UVB-Licht auf der Haut gebildet. Daher ist es wichtig, sich oft an der frischen Luft und im Freien zu bewegen. Da mit steigendem Alter die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu bilden, abnimmt, kann der Einsatz von Vitamin-D-Tabletten sinnvoll sein. Nicht nur die Bewegung an der frischen Luft ist gut für die Vitamin D Bildung. Grundsätzlich sorgt Bewegung für starke Muskeln und diese führen zu starken Knochen. Empfehlenswert ist ein Training mit mehr Gewicht und weniger Wiederholungen. Je höher das Gewicht beim Training, desto stärker sind die Knochen gefordert und werden auch dementsprechend gefördert. Ein ideales Training, um Osteoporose vorzubeugen, fördert den Muskelaufbau und sollte mit Gleichgewichtsübungen kombiniert werden. Ein gutes Gleichgewicht hilft Stürze zu vermeiden.

Weitere Informationen zu Osteoporose finden Sie auch beim Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.