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Perfekt vorbereitet für den Gutachter

Alle, die einen Pflegeantrag stellen, werden vom MD, dem Medizinischen Dienst, begutachtet. Aufgrund dieser Begutachtung wird eine Empfehlung für die Einordnung in den entsprechenden Pflegegrad ausgesprochen. Daher ist es besonders wichtig, sich richtig auf den Besuch des Gutachters vorzubereiten.

Tipp: Lesen Sie hier, wie die Begutachtung durch den MD abläuft.

Pflegeberaterin Isabella Schüling gibt wichtige Tipps, was Sie tun können, um perfekt für den Besuch des MD-Gutachters vorbereitet zu sein:

Tipp 1: Führen Sie ein Pflegetagebuch

Das Pflegetagebuch wird Ihnen helfen, sich bestens auf die Begutachtung durch den MD vorzubereiten und selbst eine Einschätzung für den Pflegegrad zu bekommen. Hier können Sie dokumentieren, wieviel Zeit Sie für die Pflege täglich aufwenden und welche Hilfsmittel Sie benötigen.

Auf PFLEGE.PRO steht Ihnen ein kostenloses Pflegetagebuch zum Download zu Verfügung.

Tipp 2: Arztberichte bereit legen

Für eine perfekte Vorbereitung gilt auch, dass Sie alle aktuellen Entlassungsberichte und auch Arztberichte zur Hand haben, um diese dem MD vorzulegen. Hilfreich ist es, die Adressen der betreuenden Ärzte zu notieren und zur Verfügung  zu stellen. Diese Berichte sind besonders wichtig, damit sich der MD ein Bild von Ihrem Krankheitszustand machen kann.

Tipp 3: Stichpunktliste

Nehmen Sie sich einen Tag die Zeit, an dem Sie alle Schritte dokumentieren, die Sie im Laufe des Tages durchführen. Schreiben Sie detailliert auf:

  • Bei welchen Tätigkeiten brauchen Sie Hilfe
  • Was fällt Ihnen besonders schwer, alleine zu bewältigen.

Auch Kleinigkeiten zählen und sollten nicht vergessen werden. Eine Liste mit Stichpunkten ist eine gute Ergänzung zum Pflegetagebuch und vor allem eine gute Selbstkontrolle, dass nichts vergessen wurde.

Isabella Schüling: „Oft sind es Kleinigkeiten, die einem selbst banal vorkommen, aber die entscheidend sein können. Ich empfehle bei meiner Beratung immer, dass sie aufschreiben, ob sie sich alleine aus dem Bett hochziehen können. Brauchen sie Hilfe beim Gehen vom Sessel ins Bett? Gerade Menschen, die unter Arthrose leiden, benötigen beispielsweise auch Unterstützung beim Brot streichen, Getränkeflaschen öffnen oder auch beim Eingießen von Getränken. Auch bei der Körperpflege sollten Sie sich bewusst machen, was Sie gut alleine können und wo Sie unsicher sind und Hilfe benötigen. Es sind meistens viele Kleinigkeiten, die einem im ersten Moment als nicht so schwerwiegend erscheinen, die aber auf Dauer zu einem echten Problem werden können.“

Tipp 4: Medikamentenplan & Hilfsmittel

Da der Medizinische Dienst den Medikamentenplan sehen möchte, sollten Sie diesen bei der Begutachtung zur Hand haben. Auch eine Übersicht, welche Hilfsmittel von Ihnen genutzt werden, ist wichtig und hilft bei der Einschätzung. Was alles als Hilfsmittel gewertet wird, finden Sie hier

Tipp 5: Zeigen Sie den Normalfall

Isabella Schüling: „In meiner langjährigen Arbeit als Pflegeberaterin habe ich es oft erlebt, dass sich die Versicherten für die Begutachtung besonders hübsch zurecht machen und die Wohnung noch einmal richtig aufräumen und putzen. Das sollte man nicht machen. Es ist wichtig, dass der Gutachter die Situation so vorfindet, wie sie im Normalfall ist. Ansonsten bekommen die Gutachter einen falschen Eindruck. Daher empfehle ich Ihnen: bleiben Sie authentisch und zeigen Sie Ihren Alltag so, wie er wirklich ist.“