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Pflege: Das ändert sich 2021

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Im Jahr 2021 wird nicht nur der Pflege-Pauschbetrag erhöht, sondern auch die Grundrente eingeführt. Welche Corona-Maßnahmen für pflegende Angehörige darüber hinaus bis zum 31. März 2021 verlängert wurden, haben wir neben den Neuerungen für Sie zusammengestellt.

Die Neuerungen im Überblick:

Behinderten- und Pflege-Pauschbetrag

Neu ab dem 01.01.2021 ist die Verdoppelung des Behinderten-Pauschbetrags. Für ihre zusätzlichen Aufwendungen müssen Menschen mit Behinderung, die steuerpflichtig sind, keine Einzelnachweise mehr erbringen, sondern können den neuen Behinderten-Pauschbetrag beantragen. Die Höhe richtet sich nach dem Grad der Behinderung. 2840 Euro entspricht dem maximalen Pauschbetrag bei einem Behinderungsgrad von 100 Prozent. Auch der Pflege-Pauschbetrag für pflegende Angehörige wird ab Januar 2021 optimiert. So erhalten Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 nicht mehr den Pauschbetrag von 924 Euro, sondern ab 2021 jetzt 1800 Euro. Bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 oder 3 wird ein neuer Pauschbetrag in Höhe von 600 Euro beziehungsweise 1100 Euro eingeführt.

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Grundrente

Ab dem 1. Januar 2021 gilt auch neu die Grundrente. Hier sollen Personen, die lange gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt und dabei nur unterdurchschnittlich verdient haben, im Alter dennoch eine auskömmliche Rente erhalten. Die Höhe der Grundrente errechnet sich aus den individuell erarbeiteten Beitragspunkten – diese werden aufgestockt. Anspruch auf die Grundrente haben Menschen, die mindestens 33 Jahre an Grundrentenzeiten vorweisen können. Dies sind vor allem Pflichtbeitragszeiten für versicherte Beschäftigung, aufgrund von Kindererziehung, Pflege und der Pflichtversicherung für Selbstständige. Ein Antrag muss dafür nicht gestellt werden.

Tipp: Weitere Informationen zur Finanzierung der Pflege finden Sie hier.

Da Corona uns auch im Jahr 2021 beschäftigen wird, wurden folgende Corona-Maßnahmen zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen voraussichtlich bis 31. März 2021 verlängert:

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Pflegeunterstützungsgeld

Pflegende Angehörige, die erwerbstätig sind, erhalten bis zu 20 Arbeitstage lang Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung. Außerdem wird das Pflegeunterstützungsgeld auch gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist, den die Angehörigen durch die Pandemie nur selbst auffangen können. Kurzzeitige Arbeitsverhinderung Da es aufgrund der Corona-Pandemie zu Engpässen bei der Unterstützung in der Pflege kommen kann, können pflegende Angehörige, die erwerbstätig sind, Beschäftige bis zu 20 Tage der Arbeit fernbleiben.

Familienpflegezeit und Pflegezeit

Beschäftigte mit gleichzeitigen Pflegeaufgaben können die Familienpflegezeit und Pflegezeit flexibler nutzen – unter der Voraussetzung, dass der Arbeitgeber zustimmt:

  • Durch die Pandemie ist es möglich, dass eine Freistellung von der Arbeit mehrfach erfolgen kann und nicht am Stück genommen werden muss. Wer die Höchstdauer einer Auszeit für pflegebedürftige nahe Angehörige bisher nicht ausgeschöpft hat, kann sich erneut von der Arbeit freistellen lassen.
  • Es genügt, die Familienpflegezeit mindestens zehn Tage vor dem Beginn schriftlich beim Arbeitgeber anzukündigen.
  • Die Ankündigung von Pflegezeit und Familienpflegezeit kann weiterhin in Textform statt in Schriftform erfolgen, was bedeutet, dass auch eine Ankündigung per E-Mail ausreichend ist.
  • Während einer Familienpflegezeit kann die Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden bis zu einen Monat lang unterschritten werden.

Alle Informationen dazu finden Sie hier.