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Pflege: Das ändert sich ab 1. Januar 2022

Im Sommer diesen Jahres hat der Bundestag eine neue Pflegereform, das sogenannte Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG), beschlossen. Das Gesetz soll dafür sorgen, dass beispielsweise Heimbewohner finanziell entlastet und Pflegekräfte besser bezahlt werden. Welche Neuerungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige noch zum 1. Januar 2022 in Kraft treten, haben wir für Sie zusammengestellt.

Die Neuerungen im Überblick:

Zuschuss zu Pflegekosten im Heim

Ab dem 01. Januar 2022 erhalten Pflegebedürftige, die in einer vollstationären Pflegeeinrichtung leben, einen Zuschuss auf den Eigenanteil der zu entrichtenden Pflegekosten. Bezuschusst werden nur die pflegebedingten Aufwendungen, nicht Kosten wie Unterkunfts- oder Verpflegungskosten. Gezahlt wird dieser Zuschuss für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5. Der Leistungszuschlag beträgt innerhalb des ersten Jahres im Heim 5% des Eigenanteils an Pflegekosten und nimmt im Laufe der Zeit im Heim zu. Alle Leistungszuschläge finden Sie in der Übersicht.

Leistungszuschlag

Geltungsdauer

5% des Eigenanteils an den Pflegekosten

Innerhalb der ersten 12 Monate

25% des Eigenanteils an den Pflegekosten

> als 24 Monate

45% des Eigenanteils an den Pflegekosten

> als 24 Monate

70% des Eigenanteils an den Pflegekosten

> als 36 Monate

Erhöhung des Kurzzeitpflegebetrages sowie der Pflegesachleistungen

Ab dem 1. Januar 2022 werden Beträge für Pflegesachleistungen und Kurzzeitpflege erhöht. So sollen Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 finanziell entlastet werden. Die Pflegesachleistungen werden ab dem 01. Januar 2022 um fünf Prozent erhöht. Daraus ergeben sich folgende neue Beträge

Pflegegrad

Pflegesachleistung in Euro

Pflegegrad 2

724 Euro statt bisher 689 Euro

Pflegegrad 3

1363 Euro statt bisher 1298 Euro

Pflegegrad 4

1693 Euro statt bisher 1612 Euro

Pflegegrad 5

2095 Euro statt bisher 1995 Euro

Auch der Kurzzeitpflegebetrag wird ab dem 1. Januar 2022 um zehn Prozent erhöht. Pflegebedürftige erhalten dann 1774 Euro pro Kalenderjahr statt bisher 1612 Euro.

Tipp: Wie Sie die Pflege von Anfang an richtig finanzieren, können Sie in unserem Beitrag „Finanzierung der Pflege - so geht es richtig!“ nachlesen

Digitale Pflegeanwendungen

Die Digitalen Pflegeanwendungen (DiPAs) sollen Pflegebedürftige inn Ihrem Alltag begleiten und sie dabei unterstützen, den Pflegealltag sowie auch die Interaktion mit Angehörigen und / oder dem ambulanten Pflegediensten besser zu organisieren und zu bewältigen. Die DiPAs sind entweder Apps für mobile Geräte oder browserbasierte Anwendungen für den PC oder Laptop.

Ab 01.01.2022 werden digitale Pflegeanwendungen fester Bestandteil des Leistungsanspruchs im Rahmen der Hilfe zur Pflege sein und mit 50 Euro monatlich von der Pflegekasse ergänzend unterstützt.

Pflegehilfsmittel

Aufgrund der epidemischen Lage wurde statt der Zuschuss für Pflegehilfsmittel von den bisherigen 40 Euro monatlich auf 60 Euro pro Monat erhöht. Diese Regelung gilt bis zum 31.12.2021. Ab dem 01.01.2022 beträgt der Zuschuss für die Pflegehilfsmittel wieder 40 Euro.