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Pflege zuhause - von Anfang an gut organisiert

In Deutschland werden mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen zuhause von ihren Angehörigen gepflegt. Viele nehmen es als selbstverständlich an, dass sie im Pflegefall von ihren Liebsten umsorgt und gepflegt werden. Doch was bedeutet Pflege zuhause? Worauf muss man achten, welche Kosten werden übernommen und wie kann man sich auch professionelle Hilfe zur Unterstützung, beispielsweise von einem ambulanten Pflegedienst, holen? Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Pflegebedürftigkeit – was ist zu tun?

Nach einem Unfall oder einem unglücklichen Sturz kann sich das Leben von dem einen auf den anderen Augenblick grundlegend ändern und das Schlimmste tritt ein: Pflegebedürftigkeit! Der Betroffene kann seinen Alltag nicht mehr alleine bewältigen. Jetzt müssen die Angehörigen schnell aktiv werden, um Hilfe und in den meisten Fällen auch die ambulante Pflege für zuhause zu organisieren. 

Schritt für Schritt zum Pflegegeld

Zuerst muss bei der Pflegekasse ein Pflegegrad beantragt werden. Das kann auch zunächst telefonisch geschehen. Lassen Sie sich das Datum Ihres Anrufes bestätigen. Denn ab diesem Tag erhalten Sie rückwirkend Pflegegeld, wenn ein Pflegegrad genehmigt wird. Welche Fristen es dabei gilt einzuhalten und wie Sie sich bestmöglich auf den Besuch des Gutachters vorbereiten können, haben wir Ihnen in einer extra Broschüre übersichtlich und kompakt zusammengestellt: https://pflege.pro/sites/default/files/Broschüre_Gutachter_2020.pdf

Ambulante Pflege als Unterstützung zuhause

Unterstützung bei der Pflege zuhause erhalten Sie durch den ambulanten Pflegedienst. Ausgebildete Pflegefachkräfte kommen ins Haus und helfen bei der Grundpflege. Welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen wollen und wie oft der ambulante Pflegedienst kommen soll, bestimmen Sie selbst. Wer nur einmal in der Woche Hilfe beim Duschen oder Baden benötigt, kann genauso anfragen, wie derjenige, der drei mal täglich den Pflegedienst benötigt.Was der ambulante Pflegedienst im Einzelnen leistet, finden Sie hier.

Welche Form der Organisation die richtige ist, ist selbstverständlich individuell verschieden. Gerne beraten unsere zertifizierten Pflegeberater zu diesem Thema. Einfach Termin vereinbaren unterhttps://pflege.pro/user/2480/coach-calendar.

Wie wird die Pflege zuhause finanziert?

Die Pflegekasse unterscheidet zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistung. Wer zuhause durch Angehörige gepflegt wird, bekommt von der Pflegeversicherung entsprechend des Pflegegrades ein Pflegegeld gezahlt. Gibt es keine Angehörigen, die die Pflege übernehmen können und die Pflege wird ausschließlich vom ambulanten Pflegedienst übernommen, kann dies als Pflegesachleistung abgerechnet werden. Für das Pflegegeld und für Pflegesachleistung stehen unterschiedliche Beträge zur Verfügung. 

Entlastungsbeitrag sinnvoll einsetzen

Wer einen Pflegegrad erhalten hat, erhält zusätzlich zum Pflegegeld einen monatlichen Entlastungsbeitrag in Höhe von 125 Euro. Dabei handelt es sich nicht um eine Geldleistung, die abgerufen werden kann, sondern um eine zweckgebundene Sachleistung, die in Anspruch genommen werden kann. So kann er beispielsweise für die Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder für Leistungen von ambulanten Pflegediensten verwendet werden. Der Betrag kann auch für Hilfen im Haushalt eingesetzt werden. Alle Infos zur Finanzierung finden Sie unter: https://pflege.pro/finanzierung-der-pflege-so-geht-es-richtig

Wie organisiere ich Pflege und Beruf! Wir haben alle Möglichkeiten für Sie zusammengesellt: https://pflege.pro/pflege-und-familie-möglichkeiten-der-freistellung-von-der-arbeit.

Entlastung dank Kurzzeitpflege

Sollten die Pflegenden mal selbst krank werden oder auch in den Urlaub fahren, gibt es Entlastung und zwar in Form der Kurzzeitpflege. Die Kurzzeitpflege ist keine Form der ambulanten Pflege, sondern eine stationäre Unterbringung in einer Einrichtung. Jeder Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5 kann die Kurzzeitpflege für sich in Anspruch nehmen. Wie Sie beispielsweise die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege kombinieren können, finden Sie im Artikel: Was heißt Kurzzeitpflege

Tipp: Kümmern Sie sich – falls möglich – rechtzeitig um einen Platz in der Kurzzeitpflege. Die Plätze sind besonders in den Ferienzeiten schnell ausgebucht.

Pflege zuhause mit Tagespflege kombinieren

Mit der Tagespflege kann die Pflege daheim sehr gut ergänzt werden. Tagespflege bedeutet, dass der Pflegebedürftige tagsüber durch Pflegefachkräfte in eine Tagespflegeeinrichtung betreut wird. Dabei wird zwischen einer solitäten und eingestreuten Tagespflege unterschieden. Bei einer solitären Tagespflege handelt es sich um eine Einrichtung, die ausschließlich Tagesgäste betreut, die abends von den Angehörigen wieder abgeholt werden. Unter einer eingestreuten Tagespflege versteht man Pflegeplätze, die in einer stationären Pflegeeinrichtung zur Verfügung gestellt werden. Die Tagesgäste mischen sich mit den stationären Bewohnern.

Finanzierung der Tagespflege

Beachten Sie unbedingt dabei, dass für die Tagespflege ein eigenes Budget zur Verfügung gestellt wird und nicht auf das Pflegegeld oder auf die Pflegesachleistung angerechnet wird. Alle Infos dazu finden Sie hier.