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Pflegegrad-Antrag während Corona: MDK-Gutachten ab sofort wieder vor Ort

Wer während der Corona-Pandemie bei der Pflegekasse einen Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung stellt, wird ab dem 01. Oktober 2020 wie gewohnt für das Gutachten zu Hause durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) besucht. Es bestehen allerdings Ausnahmen, bei denen die telefonische Begutachtung durch den MDK, die während des Starts der Corona-Pandemie bis zum 30. September durchgeführt wurde, weiterhin gilt.

In welchen Ausnahmefällen findet die telefonische Beratung weiterhin statt? 

Sollte der Antragsteller auf den Pflegegrad akut unter einer SARS Cov2 Infektion leiden, wird die Begutachtung weiterhin telefonisch durchgeführt. Auch bei einem Verdacht auf COVID oder einer einzuhaltenden Quarantäne wird die Begutachtung nicht vor Ort durchgeführt. Wie Sie sich auf das Telefongespräch bestmöglich vorbereiten, haben wir für Sie zusammengestellt.

Wie läuft das Telefongespräch zur Einstufung des Pflegegrads ab?

Zuerst erhalten Sie vom MDK einen Vorschlag für einen Telefontermin. Zu dem vereinbarten Termin wird ein Gutachter oder Gutachterin des MDK mit der Pflegeperson ein Telefongespräch führen. Vorab erhalten Sie ebenfalls einen Fragebogen, welcher während des Telefontermins durchgegangen wird. Bei diesem Gespräch wird abgeklärt, wie selbstständig die Pflegeperson ihren Alltag gestalten kann und bei welchen Dingen Unterstützung benötigt wird. In dem Gutachten werden auch Empfehlungen abgegeben, wie die alltägliche Pflegesituation verbessert werden kann und welche Hilfsmittel, wie beispielsweise Rollatoren, notwendig sind.

Bei der Erstellung des Gutachtens geht es um sechs wichtige Lebensbereiche, die der MDK unterschiedlich gewichtet. Dies sind die Bereiche:

  1. Mobilität
  2. Selbstversorgung
  3. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  4. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  5. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Tipp: Wie diese sechs Bereiche gewichtet werden, erfahren Sie ausführlich in unserem Artikel Das Pflegegutachten vom MDK

Wie kann ich mich auf das Telefoninterview vorbereiten?

Gehen Sie den Fragebogen vor dem Interview in Ruhe durch und machen Sie sich Notizen zu den gefragten Themen und was Ihnen besonders wichtig ist. Schritt für Schritt wird Ihnen bewusst, welchen Hilfsbedarf Sie benötigen und wünschen. Dinge, die oft als selbstverständlich betrachtet werden, bekommen durch das Beantworten der einzelnen Fragen wieder mehr Gewichtung. Gerade beim spontanen Beantworten der Fragen vergisst man oft Details, die aber entscheidend sein können. Auch hilft es, wenn Sie alle notwendigen Dokumente (Arztbriefe, Atteste, Entlassungsbericht des Krankenhauses, etc.) zusammenstellen. Diese Unterlagen werden zum einen vom MDK benötigt, zum anderen gibt es Ihnen aber auch einen Überblick, welche Themen angesprochen werden sollten.

Wie geht es nach dem Gespräch weiter?

Nach dem Telefongespräch erfassen der Gutachter oder die Gutachterin die Ergebnisse und ihre Empfehlungen zum Pflegegrad zusammen und übersenden diese der Pflegekasse. Dort wird Ihr Anliegen entsprechend geprüft und sie erhalten im Anschluss den Bescheid über den Pflegegrad direkt von der Pflegekasse. Sollte der gewünschte Pflegegrad nicht bewilligt worden sein, haben Sie einen Monat nach Erhalt des Bescheids Zeit, um bei der Pflegekasse Widerspruch einzulegen. Wie Sie erfolgreich dem Bescheid widersprechen, erfahren Sie hier.

Alle Informationen zur Pflegebegutachtung finden Sie auch auf der Seite des Medizinischen Dienst der Krankenkasse.