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Rund-um-die-Uhr Pflege - Hilfe aus Osteuropa

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Wie funktioniert die Form der Pflege?

Die Pflegehilfskräfte aus Osteuropa sorgen für den Pflegebedürften, kümmern sich um den Haushalt, kochen und helfen beim Anziehen bzw. beim Essen. Für die Familien und die Pflegebedürftigen stellen sie somit eine echte Alternative zum Heimaufenthalt dar.

Wichtig zu wissen: Die Hilfskräfte bringen meist keine pflegerische Ausbildung mit. Sind pflegerische Tätigkeiten notwendig, muss noch zusätzlich der ambulante Pflegedienst eingeplant werden.

Was kostet eine osteuropäische Pflegehilfskraft?

Vermittlung durch eine Agentur – das sogenannte Entsendemodell

Der Pflegedürftige schließt einen Vertrag mit einer deutschen Vermittlungsagentur, die wiederum einen Vertrag mit einer Agentur aus dem Entsendeland hat. Angestellt ist die Pflegehilfskraft bei der Agentur aus ihrem Land. Achten Sie auf die A1 Bescheinigung!
Die Kosten liegen hierfür zwischen 2000 und 3000 Euro im Monat.

Vermittlung durch die zentrale Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit in Bonn. 

Der Pflegebedürftige muss zunächst nachweisen, dass er Pflegebedarf hat und gibt dann eine Stellenanzeige auf. Er ist Arbeitgeber und muss sich somit nach dem deutschen Arbeitsrecht richten. Das bedeutet Lohnfortzahlung bei Urlaub, Krankheit sowie Arbeitszeitenregelung und Beachtung des Mindestlohngesetzes. 
Der Bruttolohn für eine 38,5 Stunden-Woche liegt 2018 zwischen 1.663 € und 1.933 € monatlich und ist abhängig von dem jeweiligen Tariflohn des Bundeslandes. Hinzu kommen noch die Arbeitsgeberbeiträge zu Sozialabgaben, Kost und Logis.

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Pflegekasse?

  • Die Finanzierung durch die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur zum Teil möglich, denn die Hilfskraft kann nicht über die zur Verfügung stehenden Sachleistungen finanziert werden.
  • Der Grund dafür ist, dass sie nicht über einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI in Deutschland verfügt. 
  • Der Pflegebedürftige kann demzufolge nur das Pflegegeld in Höhe des jeweiligen Pflegegrad einsetzen. Zusätzlich kann die Verhinderungspflege in Höhe von 1612 Euro im Jahr in Anspruch genommen 

Sollten Sie die Kurzzeitpflege in dem Jahr nicht genutzt haben, können Sie die Hälfte davon für die Verhinderungspflege einsetzen.Die restlichen Kosten müssen selbst getragen werden.

Beispiel bei Pflegegrad 3:

Pflegegeld 545 Euro monatlich
Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege im Jahr 2418 auf 12 Monate = 201 Euro
Gesamtzuschuss von 746 Euro im Monat.
Bleibt ein Eigenanteil von circa 1.754 Euro monatlich.
Sowie Kost und Logis.

Auf was Sie achten sollten:

  1. Eine seriöse Agentur wird die Räumlichkeiten vor Ort besichtigen und die aktuelle Betreuungssituation sowie den Bedarf genau erfassen. Das gleiche gilt für die Arbeits- und Wohnsituation der Betreuungskraft. 
  2. Daraufhin erfolgen seitens der Agentur Personalvorschläge, die zu der Betreuungssituation passen.
  3. Eine regelmäßige Unterstützung nach der Vermittlung durch die Agentur sowie die wichtige Kommunikation mit der Familie, sind entscheidend für ein gutes Gelingen.
  4. Die Stiftung Warentest hat 13 Agenturen getestet und empfiehlt auf den Ablauf der Vermittlung zu achten und welchen Partner die Agenturen im Ausland haben.

Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:

  • Woher kommen die vermittelten Hilfskräfte?
  • Gibt es eine aussagekräftige Beschreibung zum Ablauf einer Vermittlung?
  • Werden arbeitsrechtliche Mindeststandards eingehalten?
  • Liegt eine A1-Bescheinigung vor?

Fragen Sie nach den monatlichen Gesamtkosten. Außerdem sollten Sie wissen, ob zusätzliche Kosten wie zum Beispiel Fahrkosten, für Sie entstehen.

Die Stiftung Warentest
hat im Jahr 2017 insgesamt 13 Agenturen getestet und kam zu dem Ergebnis, dass die Informationen an die Kunden häufig sehr lückenhaft sind. Die Kunden werden kaum oder unvollständige, oftmals auch falsch informiert zu den Arbeitszeiten und Mindestlohn. Der Beschäftigungs- und Versicherungsstatus des vermittelten Personals bleibt meist im Dunkeln. Kaum ein Kunde weiß überdie A1-Bescheinigung Bescheid. Es fehlen Hinweise zu Mindestanforderung an Verpflegung und Ausstattung.

Wie finde ich eine gute Agentur?

Empfehlungen wollen wir an dieser Stelle nicht geben. Selbst die Stiftung Warentest hat keine Prüfnoten vergeben, sondern nur das Ergebnis ihrer Untersuchung bekannt gegeben. Mit Hilfe unserer Checkliste sollte es Ihnen jedoch gelingen, eine Agentur zu finden, die seriös arbeitet. Ein seriösen Partner sieht sich nicht als reiner Vermittler, sonder auch als Berater für den individuellen Pflegebedarf. Gemeinsam mit deren ausländischen Partneragentur sind sie um Qualität bemüht und haben standardisierte Abläufe.

Begriffserklärungen:

Was ist eine A1 Bescheinigung?
Ein sogenannte Entsendeformular, das von dem Heimatland des Versicherten ausgestellt wird, bescheinigt, welches Sozialsystem für den Versicherten zuständig ist. Sozialabgaben werden dann von dem Unternehmen, welches den Versicherten entsendet, in dem dortigen Land bezahlt. Das hat eine besondere Bedeutung, wenn der Entsendete nur für eine kurze Zeit im EU-Ausland arbeitet. Die Pflegehilfskraft ist somit bei der Agentur in ihrem Herkunftsland versichert. Ausgestellt wird das A1 Dokument von der Krankenkasse, bei der der Entsendete versichert ist.

Was bedeutet Entsendete?
Dieser Begriff wird verwendet für Arbeitnehmer/innen, die für ihren Arbeitgeber die Arbeit nur vorübergehend in einem anderen EU-Staat ausüben.

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