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Die Betreuung von Pflegebedürftigen stellt für die pflegenden Angehörigen keine leichte Aufgabe. Besonders schwierig wird es dann, wenn psychische Erkrankungen wie Demenz oder Depression zut Wesensveränderungen führen.

Hier erhalten Sie erste Informationen über die wichtigsten Merkmale und Folgen solcher Persönlichkeitsveränderungen und Tipps zum Umgang.

Krankheitssymptome

Eine Depression bewirkt ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und Lustlosigkeit. Es entwickelt sich verstärkt eine Antriebsarmut mit einem quälenden Gefühl von innerer Leere, Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst. Die Fähigkeit und der Wille zur Bewältigung des Alltags werden dadurch zunehmend eingeschränkt. Im schlimmsten Fall besteht sogar Suizidgefahr. Die notwendige Kooperation zwischen Pflegebedürftigen und Betreuungspersonen gestaltet sich dadurch immer schwieriger. 

  • Stimmungsschwankungen
  • Gereiztheit
  • Schuldgefühle
  • häufige Ermüdungserscheinungen
  • Abgeschlagenheit

...können auf eine Depression hindeuten. Aufgrund dieser psychischen Erkrankung kann es beim Pflegebedürftigen auch zu Appetitlosigkeit kommen.

Bei einer Alzheimer-Erkrankung werden die betroffenen Menschen durch zunehmende Orientierungslosigkeit bei ihren gewohnten Abläufen im Alltag verunsichert.

  • Das Gedächtnis scheint Lücken aufzuweisen.
  • Das Denk- und Sprechvermögen zeigt Auffälligkeiten.
  • Das Urteilsvermögen kann nachlassen.

Zunächst fällt die Veränderung kaum auf,
nach und nach werden die Persönlichkeitsveränderungen aber sichtbarer, die von Teilnahmslosigkeit oder Aggressionen sowie Erinnerungslücken und Egoismus begleitet sein können. Für Angehörige ist besonders belastend, wenn sie von der zu pflegenden Person nicht mehr erkannt werden.

Hinweise auf eine beginnende Erkrankung an Alzheimer können folgende Umstände sein:

  • Verlegen und nur noch zufälliges Auffinden wichtiger Gegenstände wie Geldbörse, Schlüssel oder Brillen
  • Auffällige Suche nach bestimmten Wörtern während des Sprechens
  • Häufiges Vergessen von Terminen, Telefonnummern und Namen
  • Ungewohnte Stimmungsschwankungen
  • Schwierigkeiten bei einfachen Rechenaufgaben

Ursachen und Verlauf

Nachlassende Leistungsfähigkeit, Selbstständigkeit und Lebensfreude können oftmals bei pflegebedürftigen Menschen zu Depressionen führen. Es kann sich unter Verstärkung der Problematik ein erhebliches Schamgefühl im Verlauf der Pflege entwickeln. Die täglich erforderliche Kommunikation und die Emotionalität der Bezugspersonen können dadurch leiden.

Die Betreuungsperson kann in Einzelfällen so stark belastet werden, dass eine Unterbrechung der Pflegeleistung notwendig wird.

Bei einer Alzheimer-Erkrankung liegt eine nicht heilbare hirnorganische Erkrankung vor.
Ursachen können genetische Faktoren, altersbedingte Veränderungen oder die Lebensführung sein. Die Krankheit verläuft in einem schleichenden Prozess durch verschiedene Entwicklungsphasen. Mit zunehmendem Krankheitsverlauf verstärken sich die Symptome. Psychisch erkrankte Personen können ihr Wesen bei fortschreitender Entwicklung sehr verändern. Dies kann ein starkes Gefühl der Hilflosigkeit, Trauer oder sogar Wut bei Betreuungspersonen auslösen.

Behandlungsmöglichkeiten und Umgang mit den Betroffenen

Sollten Sie Symptome feststellen, die auf eine psychische Erkrankung hindeuten, ist eine verstärkte und aufmerksame Beobachtung der betroffenen Person notwendig. Möglichst frühzeitig sollten Sie einen Arzt den Verdacht klären lassen. Im Falle einer Depression können spezielle Medikamente und verhaltenstherapeutische Maßnahmen dem Krankheitsverlauf entgegenwirken.

Eine Depression ist heilbar! Die Berücksichtigung besondere Vorlieben des Betroffenen und eine kontinuierliche Unterstützung zur Alltagsmotivation sind dabei hilfreich.

Um den Verlauf einer nicht heilbaren Demenz zu bremsen, gibt es verschiedene Betreuungsleistungen.

  • Ein liebevoller, einfühlsamer Umgang ohne Vorwürfe bei Fehlverhalten ist die wertvollste Haltung gegenüber psychisch erkrankten Menschen.
  • Dazu ist es wichtig, dass Sie sich als Angehöriger bewusst sind, dass es sich hier um Krankheiten handelt.
  • Unterstützung erhalten Sie beispielsweise in Selbsthilfegruppen oder in unserer Community.
    Auch Gespräche mit Freunden können befreiend und bereichernd sein.
  • Psychologen können Ihnen mehr über die Hintergründe von Wesensveränderungen erläutern, helfen aber auch, wenn Sie selbst durch die große Belastung Hilfe brauchen.

Fazit

Für Pflegende ist das Wissen bedeutsam, wodurch Schamgefühle, Depressionen oder Demenzerkrankungen entstehen und wie den Wesensveränderungen begegnet werden soll.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Vorbereitung durch Informationen (Hausarzt, Facharzt, Pflegekasse oder spezielle Beratungsstellen wie Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.) auf die Betreuungsaufgabe
  • Merkmale einer Depression: Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, innere Leere, Perspektivlosigkeit, Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen, Suizidgefahr
  • Merkmale von Demenzerkrankungen: Gedächtnislücken, Suche nach Wörtern, Teilnahmslosigkeit, Aggressionen, Erinnerungslücken, Egoismus, Orientierungsstörungen
  • Eine Depression ist heilbar, das Fortschreiten einer Demenz leider nur verzögerbar.
  • hohe Aufmerksamkeit, Nachsichtigkeit und liebevolle Zuwendung
  • Vermeidung von Überforderungen des Erkrankten
  • Hilfe von Psychologen, Selbsthilfegruppen, Freunden
  • Eine wertvolle Orientierungshilfe bietet Ihnen eine Pflegedokumentation, um den Verlauf von Veränderungen bewerten zu können.

Bild: © tomertu / stock.adobe.com