Gewalt in der Pflege

Gewalt in der Pflege


Wenn die Wut siegt! Die Versorgung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen erfordert auf psychischer und physischer Ebene sehr viel Kraft, Engagement und Ausdauer. Die Hilflosigkeit und Verzweiflung pflegebedürftiger Patienten führt oft zu körperlichen und verbalen Attacken, die sich gegen den Pflegenden richten. Überforderte Pflegende geraten in einen Teufelskreis aus Mitleid, Ärger und Wut.



Reichen die Ruhephasen nicht aus, um ausreichend neue Kraft zu schöpfen, kann die Wut übermächtig werden. Nicht selten eskaliert die Situation, körperliche und seelische Gewalt, Diskriminierung oder Vernachlässigung der Pflege wird zum Ventil.


Gewalt durch Überforderung

Übernehmen Sie die Verantwortung für eine pflegebedürftige Person, sind Selbstfürsorge und das rechtzeitige Eingestehen eigner Grenzen unverzichtbar. Nur wenn Sie selbst über ausreichend Kraft verfügen, können Sie Ihren Pflegealltag meistern.

Unbewältigte, belastende Situationen führen zu Schuldgefühlen und Versagensängsten, diese lösen wiederum Emotionen wie Gereiztheit, Ärger- und Angstgefühle aus.


Nicht selten entstehen daraus:

  • psychosomatische Beschwerden
  • Schlafstörungen
  • Burn-out
  • Depression


Holen Sie sich Hilfe bei Überforderung

Erkennen Sie die Auslöser aggressiver Emotionen, ist es unter Umständen möglich, Ihre Gefühle zu steuern und sich in Selbstbeherrschung zu üben, um die Situation zu entschärfen. Kaum jemand kann die Belastung einer Pflege alleine stemmen.

Bevor Sie erkranken, Kontakte und Hobbys vernachlässigen, nehmen Sie professionelle, ehrenamtliche oder Hilfe aus dem Freundes- und Bekanntenkreis an.

Beratungsstelle pflegender Angehöriger informieren Sie über verschiedene Möglichkeiten der Entlastung.


Wege aus der Überforderung im Pflegealltag im Überblick:

  • Halten Sie regenerierende Ruhephasen ein.
  • Prüfen Sie eigene Verhaltensmuster zwecks Selbstbeherrschung.
  • Bitten Sie Freunde, Verwandte, Nachbarn und Bekannte um Hilfe.
  • Nutzen Sie den Austausch in Angehörigengruppen.
  • Besuchen Sie spezielle Pflegeschulungen.
  • Nehmen Sie professionelle Pflegedienste, teilstationäre Betreuungsformen wie Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege, die Hilfe ehrenamtlicher Helfer oder einer stellvertretende Pflegekraft im Rahmen einer Verhinderungspflege in Anspruch.
  • Prüfen Sie die Kostenübernahme oder Bezuschussung einer Pflegehilfe durch die Pflegekasse.
  • Suchen Sie ärztlichen/psychologischen Beistand.


"Hilfe zu erfragen ist keine Schande, sondern ein Zeichen der Stärke!"
Martina Rosenberg, Pflegeexpertin und SPIEGEL Bestsellerautorin.


Bild: © Halfpoint / stock.adobe.com


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